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28.07.2017

08:00 Uhr

Wirtschaft und Ethik

Elite auf Abwegen

PremiumErst Dieselskandal, dann Kartellverdacht: Nach den Bankern sind nun die Chefs der deutschen Autokonzerne zum Symbol einer Managerkaste geworden, die die Interessen von Bürgern und Kunden aus dem Blick verloren hat. Notwendig ist eine ethische Neubesinnung, um das verloren gegangene Vertrauen zurückzugewinnen.

Thomas Danthony

Berlin, Brüssel, DüsseldorfDie Gästeliste im Stuttgarter Neuen Schloss war hochkarätig, das Thema brandaktuell. Neben Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble diskutierten unter anderem Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der Erzpriester des Ökumenischen Patriarchates Constantin Miron, Schriftstellerin Nilgün Tasman und Daimler-Chef Dieter Zetsche über „Ethik und Moral in Politik und Wirtschaft“. Es ging um die soziale Verantwortung von Unternehmen und die Leitwerte unternehmerischen Handelns.

Eine Zusammenkunft wie geschaffen für den Daimler-Boss. Im Zusammenhang mit mehreren Korruptionsfällen war der Stuttgarter Autokonzern drei Jahre lang vom ehemaligen FBI-Chef Louis Freeh überwacht worden. Jetzt wollte Zetsche über die Rückkehr von Moral und Ordnung bei Daimler sprechen....

Kommentare (8)

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Herr Manfred Schoenebeck

28.07.2017, 09:36 Uhr

Zugegeben, die weitestgehend im Konjunktiv geschriebene "Enthüllung" des Spiegels um einen Kartel-VERDACHT, kurz vorm Sommerloch, ärgert andere Medien, dass sie nicht selbst auf diesen Aufmacher gekommen sind. Jetzt scheinen die Edelfedern überall aufgefordert zu sein, die Story moralisch noch ausgefeilter, noch sensationeller, noch dramatischer zu überbieten.
Aus einem VERDACHT und dem darauf ENTSETZT reagierenden Umfeld scheint der tiefenpsychologische Beweis zu entstehen, dass der VERDACHT eine Tatsache sei.
Eine Kommentierung, "Wenn das alles stimmen sollte - DANN..." läßt dem Haltungs-Journalisten viel Raum seinen guten Charakter zu zeigen.
"...(es)...steht fest: Deutschland hat sich in fatale ökonomische Abhängigkeit von einer Branche begeben, deren Geschäftsmodell absehbar an ökonomische wie ökologische Grenzen stößt. So, wie viele Automanager die Haltung des ehrlichen Kaufmanns vermissen lassen, so fehlte es allzu vielen deutschen Politikern an der staatsmännischen Stärke, den Einflüsterungen der Autoindustrie zu widerstehen."
Was für ein Frame? Deutschland ist in einer okonomischen Abhängigkeit...., Nein, wie konnte das nur geschehen? Wer ist dafür verantwortlich? Ein Staat, der ja bekanntlich ganz ohne Ökonomie auskommt hat sich nun auch noch etwas einflüstern lassen. Skandal!
Wir scheinen mit dem Begriff der Demokratie zunehmend ein recht eigenartiges Bild zu stilisieren: Die Bürger, die mit der durch ihre Wahl favorisierten Regierung gemeinsam tapfer gegen die böse Wirtschaft kämpfen.
Vom Handelsblatt hätte ich eine differenziertere Reflexion zu diesem Thema erwartet. Einerseits wird über einen Wirtschaftkrieg berichtet, den die USA wohl bereit sind gegen Europa und vor allem Deutschland einzuläuten andererseits wird nie gefragt, wer eigentlich ein Interesse hat, bestimmte Informationen durchzustechen oder ins Spiel zu bringen.
Eine Moral "Was wäre, wenn etwas wahr wäre?" ist zwar für das Sommerloch sehr interessant, in diesem Falle aber verherend.

Herr Ferdinand Schmidtmann

28.07.2017, 10:19 Uhr

Wie kann der Redakteur diese Abzocker und millionenfache Betrüger in den Vorstandsetagen der Banken und Automobilkonzerne als "Elite" bezeichnen?
Es handelt sich schlichtweg um Kriminelle, die viel zu gut bezahlt werden!
Auch die Redaktion des Handelsblattes sollte sich der eigenen Jubelkomentare für so manchen Daxbanditen erinnern. Ein Umdenken ist erforderlich, denn das sind weder Stars noch Wohltäter!

Herr Matthias Moser

28.07.2017, 10:44 Uhr

Herr Schoenebeck schreibt weitgehend zutreffend, was von der Journaille zu halten ist. Genau da ist auch sein Vorwurf an das HB richtig. Vom Spiegel kann man nur solches erwarten, aber das HB muß deutlich differenzierter schreiben und nicht suggestiv werden. Ich bin auch der Meinung, daß vielen Managern die Bodenhaftung fehlt. Dann aber gleich in pauschen Abschuldigungen und Vorwürfen der bösartigen kriminellen Machenschaften abzugleiten geht entschieden zu weit. Leider ist auch die Poltik zweigesichtig. Der Diesel wird immer noch gefördert (Besteuerung), die Parteien (alle!) sind sehr nah an der Industrie. Es ist richtig die deutschen Industrieinteressen hoch zu halten, kritische Distanz ist dennoch hilfreich, um schon früh Fehlentwicklungen zu beeinflussen. dazu steht zu viel auf dem Spiel. Wie Industriepolitik geht, amchen uns die Amerikaner mit der Brechstange gerade wieder vor. Wir in Deutschland machen den Fehler, es immer allen recht machen zu wollen, anstatt gerade und konsequent unsere Interessen zu verfolgen - auch wenn Konflikte unausweichlich sind. Wir sind stark genug!

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