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30.01.2001

14:42 Uhr

Reuters SANSIBAR. Auf den ostafrikanischen Sansibar-Inseln sind bei Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten am Wochenende nach Angaben der Opposition mindestens 280 Menschen getötet worden. Allein 150 Leichen seien in einem Wald auf der Insel Pemba gefunden worden, sagte ein Sprecher der Bürgerlichen Vereinigten Front (CUF) am Dienstag. Weitere 80 Menschen seien auf der Flucht von der Polizei erschossen worden. Die Polizei wies die Berichte zurück. Die CUF hatte zu den Demonstrationen aufgerufen, die aber von der Regierung verboten wurden. Die Opposition fordert wegen angeblichen Betrugs eine Wiederholung der Wahlen vom vergangenen Jahr auf Sanisbar, das zu Tansania gehört.

Die 80 Flüchtlinge hätten versucht, von der Insel Pemba zu fliehen und seien dabei von der Polizei aus Hubschraubern heraus beschossen worden, sagte der CUF-Vertreter Hiza Tambwe der Nachrichtenagentur Reuters. Pemba ist die kleinere der beiden Hauptinseln Sansibars, einer Hochburg der Opposition. Nach Angaben aus Oppositionskreisen wurden bei den Auseinandersetzungen auch rund ein halbes Dutzend Polizisten getötet und mehr als 400 CUF-Anhänger verwundet.

Die Inseln von Sansibar liegen vor der Küste Tansanias. Sie wurden 1964 politisch mit dem Festland vereinigt und erhielten einen gewissen Grad an Autonomie mit eigenem Präsidenten und Parlament. Die CUF fordert aber mehr Autonomie für die Inseln und viele Einwohner Sansibars streben die Unabhängigkeit an.

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