Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.01.2003

13:40 Uhr

Nach Aussagen der Investmentbranche

Doppelbesteuerung bei Fonds wohl vom Tisch

Anlegern droht vermutlich keine doppelte Besteuerung ihrer Fondsanteile. Die Investmentgesellschaften sind überzeugt, dass diese Absicht der rot-grünen Bundesregierung vom Tisch ist. "Wir haben sehr positive Signale bei unseren Gesprächen mit Politikern und Beamten des Finanzministeriums bekommen", begründete der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI), am Freitag in Frankfurt seine Zuversicht.

HB/dpa FRANKFURT/MAIN. Der Verband will zudem Ausnahmen für Sparpläne zur Altervorsorge und mit vermögenswirksamen Leistungen (VL) bei der geplanten Verschärfung der Fondsbesteuerung erreichen.

Bislang plant die rot-grüne Bundesregierung Gewinne der Anleger auf Fondsebene und zusätzlich beim Verkauf der Anteile zu besteuern. Die Erträge aus dem Investmentengagement sollen demnach mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz belastet werden. Für Gewinne beim Verkauf der Anteile ist ein Steuersatz von 15 % angedacht. Die zuvor geleisteten Steuerzahlungen für Erträge während des Engagements sollen mit der fälligen Summe bei der Auflösung des Investments verrechenbar sein.

"Diese Möglichkeit entfällt aber ganz, wenn es in diesem Moment statt eines Gewinns einen Verlust gibt - gerade bei langjährigen Sparplänen keine Seltenheit", schilderte BVI-Hauptgeschäftsführer Stefan Seip. Nach Angaben des BVI ist die Regierung aber nun bereit, den Zugriff auf Fondsebene zu unterlassen.

"Aber selbst dann noch schränken die Absichten der Regierung die Bereitschaft der Menschen zur privaten Altersvorsorge erheblich ein", klagte Seip. Der BVI schlägt daher vor, Sparpläne mit zwölfjähriger Laufzeit und fünfjährigen Einzahlungen steuerfrei zu stellen. Dies soll nach Ansicht des Verbands auch bei der Vollendung des 60. Lebensjahres oder bei Eintritt einer Berufsunfähigkeit gelten.

Auch bei Anlagen, in die Arbeitnehmer ihre vermögenswirksamen Leistungen überweisen, sei eine Besteuerung unsinnig. "Die eine Hand gibt die Leistungen, die andere streicht sie wieder ein." Zudem sollten die Steueränderungen nur für neue Verträge gelten. "Wir sind strikt gegen die Rückwirkung", sagte Seip.

Von der Neuregelung sind immerhin 15 Mill. Fondssparer betroffen, die allein in Publikumfonds 400 Mrd. ? gesteckt haben. 5,7 Mill. Anleger investieren ihre vermögenswirksamen Leistungen in diese Form des Vermögensaufbaus.

Der BVI-Hauptgeschäftsführer kritisierte, dass nach den jetzigen Plänen ein kurzfristiger Aktiengewinn und eine langjährige Sparform gleich belastet würden. Alle Gewinne aus Geschäften mit Wertpapieren sollen nach Vorstellung der Regierung künftig versteuert werden. Die bislang übliche Spekulationsfrist von einem Jahr entfällt. Bei Aktien fallen nach dem Halbeinkünfteverfahren 7,5 % Steuern an.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×