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16.02.2004

11:33 Uhr

Nach blutleerem Kick der Münchner

Verbale Streichler für die armen Verlierer

VonJulius F. Michels

Der FC Bayern will seine Krise nicht wahrhaben: Manager Uli Hoeneß etwa hat bei der neuerlichen Pleite in Bochum in der zweiten Hälfte „die beste Leistung in einem Auswärtsspiel dieser Saison“ gesehen und kam zur verblüffenden Erkenntnis: „So ist mir um die Meisterschaft nicht bange.“

BOCHUM. Mit schmalen Lippen und tiefen Furchen im ausgemergelten Gesicht hatte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld gerade über die 0:1-Niederlage seines Klubs beim VfL Bochum gesprochen. Doch als ihn der Moderator der Pressekonferenz vorzeitig entlassen wollte, damit Hitzfeld mit seinem Team den Flieger zurück nach München erwischen könne, blieb er sitzen. "Die fünf Minuten bleibe ich noch", hat Hitzfeld lächelnd gesagt, "ich will doch hören, was der Peter zu sagen hat."

Peter Neururer, so die Ahnung, würde garantiert mächtig auf den Putz hauen nach seinem ersten Trainererfolg gegen die Bayern. Doch der bekennende Lautsprecher hat sich zurückgehalten. Das spricht für das gewachsene Selbstbewusstsein der neuen Nummer eins im Revier. Es dokumentiert aber auch, wie sehr der teuerste Bayern-Kader aller Zeiten seinen Schrecken für die Gegner verloren hat.

Der blutleere Kick der Münchner wurde von den Beteiligten sofort kollektiv aus dem Gedächtnis gestrichen. Kein Wort über Fehlpässe, verlorene Zweikämpfe und andere Unzulänglichkeiten; keine Gründe für das vollkommen harmlose Angriffsspiel. Einzig Hitzfeld war bereit einzuräumen, "dass wir keine Chance haben, Deutscher Meister zu werden, wenn wir so spielen".

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