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08.01.2001

11:12 Uhr

Nach Einschätzung des neuen Musikchefs

Gespräche zwischen Bertelsmann und EMI sollen Ende Januar beendet werden

Die Gespräche zwischen Bertelsmann und der britischen EMI über einen Zusammenschluss sollten nach Einschätzung des neuen Musikchefs Rolf Schmidt-Holtz in den kommenden Wochen abgeschlossen werden.

Reuters HAMBURG/MÜNCHEN. Die Gespräche zwischen Bertelsmann und der britischen EMI über einen Zusammenschluss mit der Bertelsmann Music Group (BMG) sollten nach Einschätzung des neuen Bertelsmann-Musikchefs Rolf Schmidt-Holtz in den kommenden Wochen abgeschlossen werden. "Wir sollten möglichst Ende Januar zum Ziel gelangen und dann auch die Wettbewerbehörden unverzüglich informieren", sagte Schmidt-Holtz der "Süddeutschen Zeitung" (Montagausgabe). Der 52-jährige bekräftigte mit dieser Zeitangabe frühere Äußerungen von Konzern-Chef Thomas Middelhoff. Schmidt-Holtz war am Freitag zum neuen BMG-Chef ernannt worden.

Der Posten musste neu besetzt werden, weil der ursprünglich dafür vorgesehene Musikmanager Rudi Gassner kurz vor Weihnachten gestorben war. Schmidt-Holtz sitzt seit vergangenen Sommer im Bertelsmann-Vorstand und ist als Chief Creative Officer auch weiterhin im Konzern für die Inhalte-Strategie zuständig. Bertelsmann ist einer der größten Medienkonzerne der Welt und vertreibt vor allem Zeitschriften, Zeitungen, Bücher, Musik und Filme.

Zusammenschluss denkbar

Bertelsmann spricht seit November mit EMI offiziell über einen Zusammenschluss mit BMG zum größten Musikunternehmen der Welt. Middelhoff hatte bereits im Dezember gesagt, Verhandlungsergebnisse seien nicht vor Ende Januar zu erwarten.

Schmidt-Holtz sagte weiter, wenn der "Deal gut ist", könne es einen Zusammenschluss mit EMI geben. "Sollte er nicht gut sein, gibt es ihn nicht." BMG werde auch allein erfolgreich sein. An einen Verkauf der BMG denke in Gütersloh niemand. "Idealerweise werden wir jedoch kräftig durch einen Merger mit EMI wachsen."

Er gehöre von sofort an zum Verhandlungsteam, sagte Schmidt-Holtz weiter. "Es ist weder für BMG noch für EMI sinnvoll, wenn man die Verhandlungen zu lange führt". Der Jurist und Journalist war bei Bertelsmann maßgeblich für die Integration des fusionierten Fernsehgeschäfts CLT-UFA zuständig, das unterdessen mit der TV-Sparte der britischen Pearson-Gruppe zur börsennotierten RTL-Group verschmolzen wurde. Im Musikgeschäft hat Schmidt-Holtz dagegen noch keine Erfahrung. In Branchenkreisen wird spekuliert, er könne ein Fusionsunternehmen gemeinsam mit dem derzeitigen EMI-Musikchef Ken Berry leiten. Auch eine spätere Übernahme der noch bis Mitte des Jahres besetzten Position des BMG-Chairman wird für möglich gehalten. Der derzeitige Chairman und langjährige BMG-Manager Michael Dornemann verlässt dann den Konzern.



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