Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.06.2000

13:09 Uhr

Nach Entscheidung zu A3XX

Boeing antwortet auf Super-Airbus mit gestreckten 747-Jumbos

VonPeter Bauer, dpa

Bei Großflugzeugen zeichnet sich ein ein scharfer Konkurrenzkampf ab.

dpa NEW YORK. Bei Großraumflugzeugen zeichnet sich in den kommenden Jahrzehnten ein brutaler Konkurrenzkampf ab. Seit mehr als 30 Jahren hatte das US-Unternehmen Boeing, der weltgrößte Hersteller von Verkehrsflugzeugen, den außerordentlich lukrativen Jumbo-Markt mit seinen Maschinen völlig für sich allein, da Airbus keine entsprechenden Typen baute. Boeing verkaufte insgesamt mehr als 1 300 Jumbos.

Jetzt will Boeing auf die Herausforderung durch Airbus und das neue Super-Flugzeug A3XX mit "gestreckten" Modellen seiner 747-Jumbos antworten. Bisher hat der Konzern allerdings noch keine Entscheidung für die Weiterentwicklung der Maschinen getroffen. Man will erst abwarten, ob es unter den Flug- und Leasinggesellschaften genug Interessenten für die neuen Riesenflugzeuge gibt.

Airbus füllt mit den A3XX-Typen die einzige noch existierende Lücke in seiner Modellpalette. Die Flugzeuge werden sogar erheblich größer als alle existierenden und auch die möglichen "Stretch"- Versionen der 747-Jumbos. Die größten 747-Modelle sind momentan für 420 Passagiere ausgelegt. Dagegen bietet die A3XX je nach Auslegung rund 555 bis 650 Passagieren Platz und kann in späteren noch größeren Varianten möglicherweise sogar 800 Passagiere befördern.

Boeing hat sich aus zwei Gründen gegen die Entwicklung eines brandneuen Jumbos entschieden: Er sei zu teuer, und die Nachfrage für die Mammutmaschinen sei zu gering. Das Unternehmen rechnet damit, dass der Markt für Flugzeuge von der Größe der A3XX in den kommenden 20 Jahren nur 360 Maschinen erreichen wird. Dagegen geht Airbus von einem Absatzpotenzial von 1 200 Maschinen aus und will sich davon mindestens 50 % sichern.

Einige US-Luftfahrtanalysten und Boeing gehen davon aus, dass die erheblich kleineren Großraumflugzeuge wie die Boeing 767 und 777 und die A330/340-Modelle von Airbus mit 250 bis 350 Sitzplätzen stärker gefragt sein werden als die neuen Super-Jumbos, weil sie den Fluggesellschaften mehr Direktflüge und Einsatzflexibilität bei günstigen Kosten ermöglichen.

Airbus hat zwölf Mrd. Euro (23 Mrd. DM) für die Entwicklung der A3XX veranschlagt. Boeing wird dagegen bei der Entwicklung der vergrößerten Boeing-747-Modelle mit drei bis vier Mrd. $ Kosten auskommen, da sie nur eine Weiterentwicklung existierender Modelle sind.

US-Fachleute verweisen auch darauf, dass Airbus für den Produktionsanlauf der brandneuen Modelle weitere acht Mrd. US- $ (8,5 Mrd. Euro/16,7 Mrd. DM) investieren müsste. Es könnte dann sehr lange dauern, bis Airbus diese gewaltigen Investitionen wieder hereinholt. dpa br xx mi/rom

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×