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05.01.2001

20:31 Uhr

Nach Erholung durch Leitzinssenkung erneutes Tagestief

Zum zweiten Mal in Folge schließt der Neue Markt mit Verlust

Die erste Handelswoche des Jahres 2001 endete nicht mit der erhofften Wende für die Wachstumswerte am Frankfurter Neuen Markt. Im Gegenteil, dem größten Tagesverlauf in der Geschichte des Marktsegments am Dienstag folgte am Mittwoch mit 2 182,97 Punkten ein neues Verlaufstief, ehe dann die Leitzinssenkung der US-Notenbank Fed kurzfristig für Erholung sorgte.

dpa-afx FRANKFURT. Mit einem Minus von 6,68 % auf 2 340,25 Punkte beendete der Nemax 50 am Freitag zum zweitenmal in Folge den Handelstag mit einem Verlust. Der alle Werte umfassende Nemax All-Share büßte 4,55 % auf 2 382,43 Zähler ein.

Am Vormittag war der Handel vergleichsweise ruhig gewesen, alles wartete auf den Arbeitsmarktbericht aus den USA. Obwohl der günstiger ausfiel als erwartet reagierte der Neue Markt nur kurz, dann ging es wieder bergab. Fast "Hand in Hand" mit der US-Technologiebörse NASDAQ, die ebenfalls deutlich ins Minus rutschte.

Guiseppe-Guido Amato, Analyst bei Lang & Schwarz, sah immerhin den "Anfang einer Bodenbildung". Dennoch werde es lange dauern, bis einstige Höchststände wieder erreicht werden. Dazu sei das Umfeld momentan zu unsicher, es fehlten vor allem die positiven Impulse der Indexschwergewichte.

Schwarzer Tag für Consors

Einen rabenschwarzen Tag erlebte das Indexschwergewicht Consors Discount-Broker. Die Aktie litt im Verlauf des Tages erheblich unter Marktgerüchten über angebliche Gewinnwarnungen. Selbst als diese am Nachmittag von Consors-Chef Karl Matthaeus Schmidt dementiert wurden, erholte sich der Wert nur kurz. Am späten Nachmittag markierte Consors mit 42,05 Euro sogar ein neues 52-Wochen-Tief. Zur Schlußglocke lag der Verlust bei 20,75 %, der Kurs bei 42,00 Euro.

In den Abwärtssog von Consors gerieten auch die Konkurrenz von der Direkt Anlage Bank und von Comdirect. Dabei war die Direkt Anlage Bank gut gestartet, hatten sie doch vor Börsenbeginn den Erhalt einer Banklizenz in der Schweiz gemeldet. Danach ging es jedoch nur noch bergab, die Aktie verbilligte sich um 10,83 % auf 34,51 Euro. Comdirect büßte 6,94 % auf 22,80 Euro ein.

Unter Druck: EM.TV

Stark unter Druck stand erneut EM.TV. Berichte über ein drohendes Scheitern der Rettungsaktion durch den Kirch-Konzern ließen die Aktie des angeschlagenen Medienunternehmens phasenweise sogar auf den neuen Tiefstand von 4,03 Euro fallen. Sowohl Kirch als auch EM.TV widersprachen den Berichte und betonten, die Verhandlungen über einen Einstieg von Kirch seien noch am Laufen. Der Aktie nutzten diese Beteuerungen wenig, der Kurs verlor 10,55 % auf 5,00 Euro.

Entgegen dem Trend verbuchte Intershop ein Plus von 4,34 % auf 8,17 Euro bei hohem Handelsvolumen. Stephan Schambach, Chef des am Dienstag nach einer Gewinn- und Umsatzwarnung gestürzten "Musterknabens", deutete in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "Capital" (Ausgabe 11. Januar) einen teilweisen Rückzug aus dem US-Geschäft an. Dort solle künftig nur noch B2B-Software verkauft werden.

Singulus im Minus

Mit einem Minus von 8,96 %auf 32,50 Euro beendete Singulus die Handelswoche. Angeblich komme es beim DVD- und CD-Produzenten im vierten Qurtal erneut zu einer Auftragsverschiebung in "spürbarer Höhe". Dies hatte der Börsenbrief "Mainvestor" unter Berufung auf, so wörtlich, "gute Quellen aus der Branche" gemeldet. Bereits im dritten Quartal 2000 waren die Auftragseingänge bei Singulus rund 150 Mill. DM unter dem vergleichbaren Vorjahresquartal geblieben. Singulus wolle den Bericht nicht kommentieren und verwies auf die offizielle Bekanntgabe der vorläufigen Geschäftszahlen Mitte Januar.

Nur kurz währte die Freude bei der Condat AG. Im frühen Handel stieg die Aktie um über 9 % an, verlor dann aber deutlich und schloß am Ende mit einem Minus von 1,79 % auf 27,50 Euro. Der Hersteller von Mobilfunksoftware und Plattformen für Mobile-Business-Anwendungen hatte den Abschluß eines Vertrags mit der taiwanesischen Inventec Besta gemeldet. Das Auftragsvolumen belaufe sich auf über 1 Mill. DM.

Ein deutliches Plus von 7,14 % auf 13,65 Euro verbuchte T-Online. Das Unternehmen profitierte von der insgesamt steigenden Nachfrage nach Telekommunikationstiteln, die in der jüngsten Vergangenheit stark unter Druck standen.

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