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09.01.2003

12:22 Uhr

Nach EU-Berechnungen hätte Deutschland eine geringere Quote

Gerster plädiert für Änderung der Arbeitslosenstatistik

Der Chef der Bundesanstalt für Arbeit (BA), Florian Gerster, hat seine grundsätzliche Bereitschaft zu einer Änderungen der Arbeitslosenstatistik signalisiert.

Reuters NÜRNBERG. "Es gibt gute Gründe, die Statistik an verschiedenen Stellen zu überprüfen", sagte Gerster am Donnerstag in Nürnberg bei der Veröffentlichung der Arbeitslosenzahlen für den Monat Dezember.

Sollte es zu Änderungen kommen, müssten diese sowohl entlastende als auch belastende Faktoren umfassen. Grundsätzlich habe aber der Gesetzgeber Vortritt vor der Bundesanstalt, wenn es um Änderungen des Datenmaterials gehe. In der rot-grünen Koalition wurde im Vorjahr diskutiert, ob etwa der Vermittlung nicht zur Verfügung stehende Arbeitslose künftig gesondert in der Statistik aufgeführt werden sollten.

Gerster sagte, man dürfe der Bundesregierung nicht unterstellen, sie wolle das Datenwerk schönen. So habe die Koalition beispielsweise darauf verzichtet, vor der Bundestagswahl die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zu verstärken, um damit die Arbeitslosigkeit künstlich zu verringern. Er selbst werde im Falle von Änderungen an der Statistik darauf achten, dass Deutschland nicht großzügiger verfahre als andere Länder der Europäischen Union (EU). Nach Berechnungen der EU lag die Arbeitslosenquote in Deutschland im Dezember bei 8,5 Prozent, während sie nach deutscher Berechnung bei 10,1 Prozent lag.

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