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14.01.2001

13:55 Uhr

Nach hohen Verlusten

Intershop baut in USA fast ein Drittel der Stellen ab

Die Jenaer Software-Firma Intershop will in den USA fast ein Drittel ihrer Stellen streichen. "Wir sind entschlossen, die Effizienz weltweit zu verbessern, um möglichst schnell wieder profitabel zu werden", teilte Vorstandschef Stephan Schambach am Wochenende mit.

dpa-afx JENA. Der Konzern gab zugleich den Start eines globalen Restrukturierungsprogramms bekannt. "Was wir stärken wollen, sind Vertrieb und Beratung in den USA", sagte Finanzvorstand Wilfried Beeck der dpa. Der Aktienkurs war zu Jahresbeginn eingebrochen, nachdem der US-Umsatz hinter den Erwartungen zurückblieb und hohe Verluste im vierten Quartal bekannt wurden.

Hier der 3-Monatsverlauf

In der ersten Phase des Programms will Intershop in den USA rund 80 von 256 Mitarbeitern entlassen. Der Software-Spezialist plant darüber hinaus, weltweite Funktionen zusammenzulegen, um insgesamt wirtschaftlicher zu werden. Die US-Organisation soll stärker auf Umsatz bringende Aktivitäten konzentriert werden.

"Der US-Markt ist ein Bestandteil unserer globalen Wachstumsstrategie", sagte Schambach. "Die Reorganisation wird uns helfen, uns dort noch stärker auf den Vertrieb im Enterprise-Markt zu konzentrieren, eine bessere Durchdringung in unseren Schlüsselmärkten zu erreichen und unser Netzwerk von strategischen Partnern auszubauen." Bei den Entlassungen würden einvernehmliche Lösungen gesucht, sagte Beeck. Der Vertrieb werde nicht verkleinert.

Am 31. Januar will Intershop genaueres bekannt geben und die Ergebnisse für das vierte Quartal sowie das Gesamtjahr 2000 veröffentlichen. Intershop, eines der Index-Schwergewichte am Neuen Markt, hatte die Börse Anfang Januar mit einer Gewinn- und Umsatzwarnung und roten Zahlen für das vierte Quartal geschockt. Dazu kam es, weil viele Kunden ihre E-Commerce-Investitionen auf 2001 verschoben hatten. Die Aktie war um mehr als 70 % eingebrochen und hatte auch den Kurs anderer Software-Titel mit herunter gerissen.

Für das vergangene Jahr wird der Nettoverlust des Konzerns voraussichtlich bei 37 bis 39 Mill. Euro liegen. Beim Umsatz wird ein Wachstum von 165 % auf bis zu 123 Mill. Euro erwartet. Der Konzern, der seit seiner Gründung 1992 schnell gewachsen ist, beschäftigt weltweit rund 1 200 Mitarbeiter. Etwa die Hälfte arbeitet in Jena. Vorstandschef und Gründer Schambach leitet den Konzern seit einigen Jahren von San Francisco aus.

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