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06.04.2003

15:08 Uhr

Nach Kriegsende

DIHK erwartet keine schnelle Konjunkturbelebung

Die Konjunktur in Deutschland wird sich nach Ansicht des DIHK auch nach einem raschen Ende des Irak-Krieges nicht schnell wieder beleben. "Ich rechne frühestens Ende des Jahres mit einer besseren Wirtschaftslage. Wahrscheinlich sogar erst 2004", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe).

HB/dpa BERLIN/MüNCHEN. Die schlechte Situation liege nicht in erster Linie am Irak-Konflikt, sondern an bestehenden Standortschwächen. Deutschland und einige andere europäische Länder hätten sich seit Jahren vor notwendigen Reformen der sozialen Sicherungssysteme gedrückt. "Jetzt bekommen wir die Quittung dafür", sagte Braun.

Das absehbare Kriegsende sieht Braun dennoch als "wichtiges Signal". Der DIHK-Präsident erwartet, dass die Verbraucher ihre Konsumbremse deutlich lockern werden. Er ist zuversichtlich, dass die deutsche Wirtschaft am Wiederaufbau im Irak partizipieren wird. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) Michael Rogowski sagte der "Süddeutschen Zeitung" (Montagausgabe), "wenn die Amerikaner den Wiederaufbau organisieren, werden sie bestimmt nicht die Deutschen bevorzugt einbeziehen". Sollte es wie in Afghanistan zu einer Regierungskonferenz unter Beteiligung der großen Nationen kommen, würden sicher auch deutschen Firmen partizipieren.

Der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger Milton Friedman sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus", vom Irak-Krieg gingen positive Impulse für die US-Wirtschaft aus. Er werde "die Konjunktur zweifellos eher stimulieren". Die Gefahr einer weltweiten Rezession schätzt er "extrem gering" ein.

Zu einer "großen Reformkoalition" hat der frühere Bundesbankpräsident Hans Tietmeyer Regierung, Opposition, Verbände und Gewerkschaften aufgerufen. Der Kuratoriumsvorsitzende der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) sagte am Sonntag beim Wirtschaftsforum Hannover Messe 2003, "das Potenzial für einen nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwung ist in Deutschland ohne Frage vorhanden". Wenn die Agenda 2010 von Bundeskanzler Gerhard Schröder "als Auftakt eines nachhaltigen Reformprozesses verstanden wird, kann und wird sie uns voranbringen".

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