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25.06.2000

15:21 Uhr

afp JOLO. Nach mehr als zwei Monaten unter kargen Bedingungen im philippinischen Dschungel haben die Entführer erstmals eine Geisel freigelassen. Als "Geste des guten Willens" übergaben sie am Samstag den 29-jährigen Malaysier Zulkarnain Hashim den philippinischen Vermittlern.

Die Ereignisse des Geiseldramas auf der Insel Jolo im Überblick:

23. April: Schwerbewaffnete Rebellen der moslemischen Extremistengruppe Abu Sayyaf stürmen ein Restaurant am Strand der malaysischen Ferieninsel Sipadan und bringen 21 Menschen in ihre Gewalt. Unter ihnen sind Vater, Mutter und jüngster Sohn der deutschen Familie Wallert aus Göttingen sowie zwei Franzosen, zwei Finnen, zwei Südafrikaner, eine Libanesin sowie neun Malaysier und zwei Philippiner.

24. April: Die Geiseln werden auf die philippinische Insel Jolo verschleppt.

1. Mai: Das philippinische Fernsehen zeigt ein erstes Video, auf dem die Geiseln zu sehen sind. Eine Ärztin bringt ihnen erstmals Nahrungsmittel und Medikamente.

3. Mai: Die Kidnapper verlassen mit den Verschleppten ihr Camp im Dschungel. In den folgenden Tagen wechseln sie häufiger ihr Versteck.

4. Mai: Die philippinische Regierung lehnt die Forderung ab, das Militär aus Jolo abzuziehen.

8. Mai: Der Unterhändler Nur Misuari, Gouverneur von Mindanao, wird durch den religiösen Führer Ghazali Ibrahim abgelöst.

9. Mai: Die Geiselnehmer durchbrechen mit allen 21 Entführten den militärischen Belagerungsring.

10. Mai: In die Verhandlungen wird der von der Abu Sayyaf akzeptierte libysche Diplomat Radschab Assaruk eingeschaltet.

11. Mai: Die Entführer verlangen Lösegeld für ihre Geiseln - als Entschädigung für "Kost und Logis".

16. Mai: Der Präsidentenberater Roberto Aventajado wird neuer Chefvermittler.

17. Mai: Die Entführer fordern für die Freilassung von Renate Wallert umgerechnet mehr als vier Millionen Mark. Die Bundesregierung lehnt dies ab.

20. Mai: Unterhändler der philippinischen Regierung besuchen nach vier Wochen erstmals die Geiseln.

22. Mai: Die Geiselnehmer fordern einen eigenen islamischen Staat im Süden des Landes als Bedingung für die Freilassung.

27. Mai: Die ersten direkten Gespräche zwischen Chefvermittler Aventajado und den Rebellen finden in dem Dorf Bandang auf Jolo statt.

2. Juni: Mehrere deutsche Journalisten werden von den Rebellen auf dem Weg in Dschungelcamp festgehalten und erst nach Zahlung von 50 000 Mark wieder freigelassen.

7. Juni: Die Rebellen lehnen das Angebot einer erweiterten Autonomie für die Südphilippinen ab.

11. Juni: Die westlichen und die asiatischen Geiseln werden getrennt.

24. Juni: Die Entführer lassen den 29-jährigen Malaysier frei.

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