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07.03.2003

16:23 Uhr

Nach nur vier Monaten

Pixelpark-Chef Richter hört auf

Der Alleinvorstand des angeschlagenen Internet-Dienstleisters Pixelpark, Jürgen Richter, hört nach nur vier Monaten wieder auf. Der Medienmanager kündigte am Freitag in Berlin an, dass er sein Amt zum 15. April niederlegen werde.

HB/dpa BERLIN. Der erfahrene Medienmanager kündigte am Freitag in Berlin an, dass er sein Amt zum 15. April niederlegen werde. Zum künftigen Vorstandschef ernannte der Aufsichtsrat zugleich den IT-Manager Michael Riese. Der 41-Jährige war zuletzt geschäftsführender Gesellschafter der Hamburger Momentum Concept GmbH und früher Chef der Lufthansa-Tochter Lufthansa Systems Network.

Die Internet-Firma Pixelpark gehörte einst zu den Stars am Neuen Markt. In den vergangenen Monaten machte sie aber vor allem durch rote Zahlen und einen Machtkampf um die Unternehmensführung von sich reden. Pixelpark-Gründer Paulus Neef bekam kurz vor Weihnachten nach mehr als zehn Jahren an der Firmenspitze seine fristlose Kündigung. An seine Stelle trat dann Richter, der früher im Vorstand der Medienkonzerne Springer und Bertelsmann saß und bei Pixelpark Aufsichtsratschef war.

Richter habe "von Anfang an zum Ausdruck gebracht, das er nur vorübergehend als Vorstand zur Verfügung stehe", erklärte eine Firmensprecherin. In der Öffentlichkeit war dies bislang allerdings nicht bekannt.

Nach dem Vorstandswechsel im Dezember hatte sich der bisherige Mehrheitsaktionär Bertelsmann bei Pixelpark auf einen 20-Prozent- Anteil zurückgezogen. Die neuen Miteigentümer Wolf-Dieter Gramatke und Axel Fischer - beide aus dem Umfeld von Firmengründer Neef - drängten seither auf eine rasche Ablösung von Richter. Gramatke sagte der dpa: "Wir bestehen weiter auf einer außerordentlichen Hauptversammlung, um den Kurs zu klären."

Die Entlassung Neefs war vom Aufsichtsrat mit dem "dringenden Tatverdacht strafbarer Handlungen" begründet worden. Dabei geht es um den Kauf einer Verlust bringenden Tochtergesellschaft aus der Schweiz. Der Aufsichtsrat stellte am Freitag klar, dass er sich auch weiterhin Schadensersatz-Ansprüche gegen das ehemalige Management vorbehalte. Das Gesamtvolumen der Forderungen wird auf 23 Millionen Euro beziffert. Neef weist alle Vorwürfe zurück.

Der einstige Börsenliebling Pixelpark schreibt seit längerer Zeit Verluste. Zudem musste das Unternehmens Pixelpark zahlreiche Mitarbeiter entlassen. Am Freitag notierte Pixelpark bei 0,59 Euro. Zu Spitzenzeiten war die Aktie 185 Euro wert.

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