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28.01.2002

10:23 Uhr

Nach Spitzenjahr 2001

Merck erwartet schwerere Zeiten

Der Damstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA erwartet nach einem Rekordjahr 2001 nun schwerere Zeiten. "Der Umsatz wird wohl 2002 etwas geringer wachsen und der Gewinn unter dem von 2001 bleiben", sagte ein Merck-Sprecher am Montag und bestätigte damit entsprechende Äußerungen von Konzernchef Bernhard Scheuble. Gründe seien insbesondere die jetzt einsetzende Konkurrenz in den USA für das umsatzstarke Diabetes-Kernmedikament Glucophage des Konzerns durch kostengünstigere Nachahmerprodukte.

Reuters FRANKFURT/M. Der Patentschutz für das Mittel war vor zwei Jahren ausgelaufen. Insgesamt werde das Pharmageschäft daher 2002 nicht an das Rekordjahr 2001 anknüpfen können, sagte der Sprecher weiter. Nach seinen Angaben hat Merck nach vorläufigen Zahlen sein Ziel für 2001 erreicht, im Konzern bei Umsatz und operativem Ergebnis prozentual zweistellig zu wachsen. Merck-Chef Scheuble hatte Ende Oktober in Aussicht gestellt, 2001 werde aller Voraussicht nach das beste Jahr der 333-jährigen Firmengeschichte sein.

Chemie: Trendewerbe im zweiten Halbjahr möglich

In der Pharmasparte erwirtschaftet Merck den überwiegenden Teil seiner Lizenzeinnahmen aus der Glucophage-Zusammenarbeit mit seinem US-Vertriebspartner Bristol-Myers Squibb. Bei insgesamt elf Unternehmen in den USA, darunter Ivax Corp, Alpharma IncL, Watson Pharmaceuticals, Teva Pharmaceutical und Andrx Corp, wird indes bald mit eigenen generischen Metformin-Präparaten gerechnet. "Metformin" ist die Wirkstoffbezeichnung bei Glucophage. Zuletzt hatte Ivax Corp am Freitag mitgeteilt, die US-Gesundheitsbehörde FDA habe die Genehmigung zum Verkauf eigener Metformin-Tabletten erteilt.

In der Chemie hält das Unternehmen nach den weiteren Angaben, wie viele andere Konzerne der Branche auch, eine Trendwende vom zweiten Halbjahr 2002 an für möglich. Die zu erwartenden geringeren Einnahmen in der Pharmasparte werde dies aber nicht ausgleichen können, kündigte der Sprecher an. Erste Zeichen für eine Besserung ließen sich beispielsweise bei den Flüssigkristallen erkennen.

Zuletzt hatte das Pharmageschäft im dritten Quartal 2001 bei Merck 46 % zum Umsatz von 1,952 Mrd. ? und 79 % zum operativen Ergebnis von 293 Mill. ? beigetragen. Dabei erwirtschaftete das Unternehmen mit seiner Glucophage-Produktfamilie zur Behandlung der Alters- oder Typ-II-Diabetes einschließlich der Umsätze der Lizenznehmer Erlöse von 831 Mill. ?. Merck versucht wegen des Patentablaufs gegenwärtig, Patienten in den USA von seinem älteren Mittel Glucophage hin zu den neueren Medikamenten Glucophage XR und Glucophance zu bewegen.

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