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02.07.2000

12:35 Uhr

Nach Übernahme der Toruistik-Sparte vom französischen Marktführer Havas Voyages plant C&N Touristik neue Akquisitionen

C&N Touristic will weiter zukaufen und erwägt Börsengang

Die C&N Touristic will auch nach der Übernahme der französischen Reisebürokette Havas Voyages international mit einem Umsatz von 6,1 Mrd. Francs weiter wachsen. Unternehmenschef Stefan Pichler sagte in einem Gespräch mit der "Welt am Sonntag": "Wir werden sicherlich noch in anderen Ländern Europas expandieren ... Wir prüfen derzeit verschiedene Möglichkeiten, um international zu wachsen". Das von Karstadt und Lufthansa kontrollierte C&N denke dabei auch über Kooperationen nach. Entscheidend sei allerdings, dass das Unternehmen nicht unter Zeitdruck stehe, zum Beispiel noch in diesem Jahr unbedingt in England präsent zu sein, sagte Pichler.

Rtr/ dpa PARIS/OBERURSEL/HAMBURG. Nach Pichlers Einschätzung wird der Touristik-Markt in diesem Jahr um 3 % und damit weit weniger stark als 1999 expandieren. C&N werde allerdings stärker als der Markt wachsen, sagte er. Mittelfristig plane das Unternehmen den Gang an die Börse. Dafür müsse aber mindestens eine Umsatzrendite von 4 % erwirtschaftet werden. Derzeit liege die Umsatzrendite bei 3,1 %. Zum Zeithorizont sagte Pichler: "Über (den) Zeitpunkt des Börsenganges müssen unsere Gesellschafter Lufthansa und Karstadt Quelle entscheiden. Ich denke aber, dass wir in zwei bis drei Jahren börsenfähig sind".

C&N, der zweitgrößte deutsche Touristikkonzern, war 1998 aus der Fusion der NUR Touristic von Karstadt und dem Condor Flugdienst von Lufthansa entstanden. Das Unternehmen ist neben Deutschland auch in Österreich, den Benelux-Staaten und Osteuropa vertreten.
Die Tourismus-Sparte der Havas kommt nach Angaben von C&N mit 1,6 Mill. Kunden und 380 Reisebüros auf einen Marktanteil von 20 % und ist damit Marktführer in Frankreich. Der Umsatz des Bereichs habe zuletzt 6,1 Mrd. Franc (etwa zwei Mrd. DM) betragen.

Am Samstag hatte die C&N Touristic AG (Oberursel) gemeinsam mit Havas Voyages und American Express die Übernahme mitgeteilt. Die Touristiksparte von Havas Voyages, die von American Express übernommen wurde, sei mit einem Marktanteil von mehr als 20 % und zirka 1,6 Mill. Kunden Marktführer in Frankreich, hieß es. Sie werde als Teil der neu zu gründenden Holdinggesellschaft C&N France geführt. Damit sei C&N der erste integrierte europäische Touristikkonzern, der auf dem französischen Markt präsent sei.

Einzelheiten über den finanziellen Umfang des Übernahmegeschäfts wurden nicht bekannt. Bei den europäischen Expansionsplänen spielt laut C&N der französische Markt eine große Rolle. Havas Voyages American Express (Geschäftsreisen) und Havas Communication Voyages (Firmen-Incentive- Reisen) blieben in Besitz von American Express.

C&N, an der Lufthansa und Karstadt-Quelle je 50 % halten, liegt mit einem Umsatz von 9,1 Mrd. DM (1999) an dritter Stelle der größten europäischen Reisekonzerne. Marktführer ist die TUI Group (14 Mrd. DM), gefolgt von der britischen Airtours (11,2 Mrd. DM).

Spekulationen um ein Engagement in Großbritannien halten an

Zuletzt kursierten auch Gerüchte über eine von C&N angeblich angestrebte Übernahme des britischen Tourismusunternehmens First Choice. Mitte Mai war C&N im Übernahmekampf um den britischen Reisekonzern Thomson Travel von der Hannoveraner TUI Group aus dem Rennen geschlagen worden. Dennoch wollte C&N weiterhin nach Großbritannien expandieren. Seither reißen Spekulationen um einen neuen Partner nicht ab, auch First Choice wurde mehrfach in der Fachpresse als möglicher Kandidat gehandelt. Vor einer Woche gab C&N das Aus für den angeschlagenen Reiseveranstalter Fischer Reisen (Hamburg) zum 1. November 2000 bekannt. Die Marke war mehrere Jahre hintereinander ins Minus gerutscht.

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