Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.01.2001

14:26 Uhr

Nach US-Arbeitsmarktzahlen

Kurzes Strohfeuer an den deutschen Börsen

Positive Zahlen vom US-Arbeitsmarkt haben für eine kurze Beruhigung am Neuen Markt gesorgt.

jr/rtr/vwd FRANKFURT. Die Aktien am Frankfurter Neuen Markt haben am Freitagnachmittag auf die schwache Eröffnung der US-Technologiebörse Nasdaq mit deutlichen Kursabstrichen reagiert. Der Blue-Chip-Index des Wachstumssegementes, Nemax-50, notierte gegen 17.00 mit rund 130 Punktenim Minus bei 2380 Zählern..

Die US-Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft ist im Dezember 2000 im Vergleich zum Vormonat um 105.000 gestiegen. Die Arbeitslosenquote blieb nach Angaben des US-Arbeitsministeriums vom Freitag in den USA damit unverändert bei 4,0 Prozent. Analysten hatten mit einem Stellenzuwachs von 102.000 und einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,1 Prozent gerechnet.

Barabara Lamprecht von der Commerzbank wertet die Zahlen als gar nicht so schlecht. "Es hätte weitaus schlimmer kommen können". Allerdings wurden die Zahlen davor wohl nach unten revidiert. Die konjunkturelle Abkühlung sei auch auf dem Arbeitsmarkt zu spüren. "Das zeigen auch die nach unten revidierten Löhne", sagte sie. Das könne die US-Notenbank eher davon abhalten, die Zinsen weiter zu senken. Lamprecht weiter: "Allerdings überwiegen die konjunkturellen Gefahren im Moment, so dass doch mit weiteren Zinssenkungen zu rechnen ist. Die EZB (Europäische Zentralbank) hingegen verfolgt eine unabhängige Politik und wird ihr Augenmerk primär auf Euroland richten. Da hier die Wirtschaft noch immer robust ist, rechnen wir mit keinen Zinsschritten der EZB".

Dabei sah es im Laufe der heutigen Sitzung schon nach einem Debakel am Neuen Markt aus. Bis um 13.26 Uhr verlor der NEMAX 50 5,26 Prozent auf 2.375,93 Punkte. Der alle Werte umfassende NEMAX All-Share büßte 3,88 Prozent auf 2.399,13 Zähler ein.

Die Senkung des Diskontsatzes in der letzten Nacht durch die US-Notenbank Fed ist nach Aussagen von Gudio Amato, Analyst bei Lang & Schwarz gut für den Markt. Nun habe vor allem der Neue Markt eine Chance sich wieder zu fangen. Die starken Verkäufe gleich zu Beginn des Jahres und der jetztige Stand deuteten auf den Beginn einer Bodenbildung hin. Vor allzu großer Hoffnung auf erneutes starkes Wachstum warnte Amato jedoch: "Es dauert minimum zwei bis drei Jahre, bis wir wieder neue Höchststände sehen."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×