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31.05.2000

21:47 Uhr

Nach Verhandlungen in Algerien

Äthiopien betrachtet Krieg mit Eritrea für beendet

Äthiopien betrachtet den Krieg mit seinem Nachbarstaat Eritrea für beendet. Dies sagten Diplomaten am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP nach einem Treffen mit Ministerpräsident Meles Zenawi in Addis Abeba.

afp ADDIS ABEBA/ASMARA. Ministerpräsident Meles habe aber gleichzeitig angekündigt, dass die äthiopischen Truppen zunächst an der Zala-Anbesa-Front rund 120 Kilometer südlich der eritreischen Hauptstadt Asmara stationiert blieben. Voraussetzung für einen Abzug der Truppen sei die Unterzeichnung eines Abkommens. "Bis dahin bleiben unsere Truppen zu militärischen Zwecken an ihren Positionen innerhalb oder außerhalb Eritreas", sagte Meles.

Die Ankündigung des äthiopischen Ministerpräsidenten erfolgte am zweiten Tag der indirekten Verhandlungen zwischen den beiden Kriegsparteien in Algerien. Die Schirmherrschaft über die Gespräche hat die Organisation der Afrikanischen Einheit (OAU). Eritrea zeigte sich zunächst unbeeindruckt von den Äußerungen Meles'. Der Friedensplan der OAU sehe einen Rückzug der Kriegsgegner auf die Stellungen vom 6. Mai 1998 vor. Meles könne nicht willkürlich anders entscheiden, sagte Eritreas Präsidentensprecher Yemane Ghebremeskel. Es sei jetzt nicht an Eritrea, auf die Ankündigungen zu reagieren. Vielmehr müssten die OAU, die USA, die Europäische Union und die UNO sicherstellen, dass an dem Friedensplan nicht "herumgepfuscht" werde.

Äthiopien und Eritrea führen seit Mai 1998 einen Krieg um einen rund tausend Kilometer langen Grenzstreifen. Beide Länder hatten im Juli 1999 einen Friedensplan der OAU angenommen. Äthiopien hatte jedoch technischen Maßnahmen zur Umsetzung des Plans nicht zugestimmt und dies damit gegründet, dass durch sie die Rückkehr zur Situation vor dem Krieg nicht gewährleistet sei. Mitte Mai dieses Jahres waren dann die Kämpfe wieder aufgeflammt.

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