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04.01.2001

16:12 Uhr

Nach Zinssenkung in den USA

Analysten: Das Gröbste ist vorbei

VonJürgen Röder

Aufatmen nach der Zinssenkung: "Das Gröbste ist vorbei", fasst Bernd Meyer von der Deutschen Bank die Meinung vieler Analysten zusammen. Doch Anleger sollten nun keineswegs steigenden Kursen hinterherlaufen. Meyer rechnet in den kommenden drei bis sechs Monaten mit einer volatilen Seitwärtsbewegung

Denn die Zeit möglicher Gewinnwarnung ist für ihn keineswegs vorbei. Schließlich brauche es einige Monate, bis die niedrigeren Zinsen sich bei den Unternehmens-Ergebnissen positiv bemerkbar machen. Anleger mit einer ein- bis zweijährigen Perspektive könnten aber bereits bei einem Dax-Stand zwischen 6 300 bis 6 200 Punkten erste Positionen aufbauen. Er rechnet damit, dass Investoren im Verlauf der ersten Jahreshäfte sukzessiv zyklische Technologiewerte wie z.B. Infineon kaufen und sich dafür von soliden Werten wie z.B. aus der Pharmabranche trennen.

Auch für Jörg Bungeroth von der DG Bank ist mit der Senkung um einen halben Prozentpunkt "die Angst vor einem kräftigen Kursrutsch erst ein Mal gebremst worden". Er will aber in den nächsten Monaten auch "weitere Gewinnwarnungen nicht ausschließen". Schließlich verlangsame sich das Wachstum und in die Informationstechnologie werde zurückhaltender investiert.

Bungeroth rechnet erst im dritten Quartal 2001 mit steigenden Unternehmensgewinnen. "Da die Börse solchen Entwicklungen sechs Monate vorwegnimmt, ergeben sich gegen Ende des ersten Quartals gute Einstiegschancen", lautet seine Empfehlung. Dies gelte sowohl für Dax-Werte als auch für die Unternehmen am Neuen Markt. Seiner Meinung nach sollten Anleger bei den Wachstumswerten gezieltes "Stock Picking" betreiben und in die Branchenführer gehen.

Optimistischer ist die BfG-Bank. "Die Trendwende bei Aktien ist nah", sagt Analyst Martin Haug und rät vielen Anlegern, jetzt zu investieren. Seiner Meinung werden von dem Aufschwung in der Euro-Zone vor allem Banktitel wie Dresdner und Deutsche Bank profitieren, ebenso Chemiekonzerne wie BASF und Bayer und auch Siemens. Auf seiner Liste steht auch die Deutsche Telekom. Haug: "Da ist die Bodenbildung nahe".

Aus technischer Sicht ist laut Holger Struck, Analyst der Privatbank M.M. Warburg, wichtig, dass der DAX die Hürde von 6 506 Punkten nimmt. Dann wären 6 800 bzw. 7 000 Punkte das Ziel. Allerdings würde das noch keine große Trendwende bedeuten.

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