Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.01.2003

11:03 Uhr

Nachbörslich notiert

Unsicherheit an der Wall Street geht weiter

Von© Wall Street Correspondents, Inc.

Nach der Rede ist vor der Rede. An der Wall Street hat die Rede von Hans Blix über die Erfolge der UN-Waffeninspekteure im Irak eher für weitere Unsicherheit gesorgt, als dass sie die angespannte Lage entschärft hätte. Die drei großen Indizes stürzten zum Wochenstart ab, für Dienstag dürfte nicht viel mehr drin sein.

Wenn der Dow am Dienstag weiter unter die 8000 Punkte abfällt und sich damit dem Oktobertief weiter annähert, dann könnte das mit George W. Bush zu tun haben, der am Abend im Weißen Haus die Rede zur Lage der Nation halten wird. Die Rede wird mit ebenso großer Spannung erwartet wie die Aussage von Hans Blix, denn sie wird noch einmal die Position von Bush und damit die offizielle Gangart der USA in der Irak-Frage deutlich machen - und die ist es, die die Wall Street beschäftigt und Quartalszahlen und Konjunkturdaten für einen Moment aus dem Mittelpunkt des Interesses verdrängt.

Außer der Irak-Krise dürften unterdessen die Konjunktur und Bushs jüngst geschnürtes Steuerpaket Themen der Rede sein, darüber hinaus erwarten Insider, dass die der Präsident zum Thema Gesundheit äußert und einen Vorstoß in Richtung billigere Medikamente und bessere Vorsorge wagt, der noch einmal Pharmaaktien in die Verlustzone drücken dürfte.

Solange Irak und Bush die Wall Street bestimmen dürften Quartalszahlen eine untergeordnete Rolle spielen und höchstens einzelne Aktien, selten aber ganze Branchen oder gar den breiten Markt beeinflussen. Dabei sind einige Veröffentlichungen am Dienstag durchaus von Interesse. So melden mit dem Konsumriesen Procter & Gamble, dem Chemiker DuPont und dem Telekomkonzern SBC Communications alleine drei Dow-notierte Firmen. Darüber hinaus gibt es Zahlen von Biogen, Kraft, Millennium Pharma, Northrop Grumman, der New York Times, UPS und Wrigley, über den Hightechbereich dürfte der Chip-Ausrüster Novellus Informationen geben.

Von der konjunkturellen Front kommen am Morgen Zahlen zu den Bestellungen langlebiger Güter und - ganz wichtig! - zum Verbrauchervertrauen. Experten rechnen vorab damit, dass der Indikator über das allgemeine Wohlbefinden und die Konsumstärke des Verbrauchers auf 76 Punkte sinkt. Ein solcher Schritt wäre angesichts der Unsicherheit um den Irak, die schwache Konjunktur und die hohe Arbeitslosigkeit alles andere als überraschend, dem Markt würde sie allerdings noch einmal einen Dämpfer versetzen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×