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11.01.2001

08:16 Uhr

Nachbörslich stieg die Aktie moderat

Motorola trifft reduzierte Analystenerwartungen

Der US-Mobiltelefon- und Chiphersteller Motorola hat mit seinem am Mittwoch nach Börsenschluss vorgelegten Geschäftsergebnis für das vierte Quartal 2000 die Gewinnerwartungen der Analysten punktgenau getroffen. Motorola nannte den Reingewinn ohne Sondereffekte mit 335 Mill. $ oder 0,15 $ pro Aktie.

Reuters NEW YORK. Einschließlich ergebnisbelastender Sondereinflüsse erwirtschaftete Motorola im vierten Quartal 2000 einen Gewinn pro Aktie von 0,06 $. Im Vorjahr hatte der Gewinn 564 Mill. $ oder 0,25 $ je Aktie betragen. Die Gewinnprognosen hatte der zu den drei weltgrößten Mobiltelefonherstellern zählende Konzern bereits Ende vergangenen Jahres auf Grund einer schwächeren Chipnachfrage und Verzögerungen bei Kostensenkungen abermals um 40 % reduziert.

Vor den zwei von Motorola im vergangenen Jahr ausgesprochenen Gewinnwarnung hatten Analysten mit einem Ergebnis pro Aktie von 0,37 $ gerechnet. Den Umsatz bezifferte das Unternehmen mit 10,1 Mrd. $ nach 9,1 Mrd. im Vorjahresquartal. Analysten hatten den Quartalsumsatz mit zehn Mrd. knapp darunter erwartet.

Nachbörslich kletterte der Aktienkurs von Motorola moderat auf 21-7/8 $, nachdem die zuletzt stark unter Druck geratenen Titel bereits im regulären Handel um zwei Prozent auf 21-3/16 $ gestiegen waren.

Nach den Verzögerungen bei den geplanten Kostensenkungen kündigte Motorola an, im laufenden Jahr weitere Schritte zu unternehmen, die Ausgaben zu senken. Unternehmens-Präsident Robert Growney erklärte, entgegen der gestiegenen Umsätze hätten die höheren Herstellungskosten und Betriebsausgaben zu einem Abschmelzen des operativen Gewinns geführt. Die geplanten zusätzlichen Schritte sollen nach Growneys Worten dazu führen, dass es im Jahr 2001 wieder zu einem Wachstum bei den Ergebnissen komme.

Motorola konkurriert auf dem Weltmarkt bei Mobiltelefonen mit dem finnischen Branchenführer Nokia und dem schwedischen Hersteller Ericsson. Die Geschäftszahlen von Motorola waren von dem Finanzmärkten mit Spannung erwartet worden. Einerseits legte Motorola seine Zahlen als erstes der drei Weltmarktführer vor. Andererseits hatte Nokia am Dienstag schwächer als von Analysten erwartet ausgefallene Verkaufszahlen veröffentlicht. Die Nokia-Aktien waren daraufhin deutlich gefallen.

Während einige Analysten von überzogenen Erwartungen an Nokia gesprochen hatten, hatten andere Analysten vermutet, dass die Bekanntgabe der Nokia-Absatzzahlen möglicherweise dazu diene, die Erwartungen der Märkte an die Geschäftsergebnisse zu dämpfen, die Nokia Ende Januar vorlegen will. Die Nokia-Zahlen werden gewöhnlich mit Spannung erwartet, da sie als Gradmesser für die gesamte Branche gelten. Der Nokia-Anteil am Mobiltelefon-Weltmarkt beläuft sich auf rund 32 %.

Nokia hatte mitgeteilt, seinen Handy-Absatz im Jahr 2000 um 64 % auf 128 Mill. gesteigert zu haben. Branchenexperten hatten indes mit einem Absatz von bis zu 140 Mill. Handys gerechnet. Der Zuwachs beim Mobiltelefon-Absatz von Nokia hatte im abgelaufenen Jahr das Branchenwachstum von rund 45 % deutlich übertroffen. Nokia zufolge wurden im Jahr 2000 weltweit von allen Herstellern zusammen 405 Mill. Mobiltelefone abgesetzt. Das Forschungsinstitut Dataquest erwartet hingegen einen Branchenabsatz von 418 Mill. Mobiltelefone im Jahr 2000.

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