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05.03.2003

07:15 Uhr

Nachgefragt: Dieter Hundt*

Hundt: „Stuttgart kommt auf der Zielgeraden aus der Deckung“

VonDie Fragen stellte Marc Thylmann, Handelsblatt

Alle Firmen und Meinungsbildner der Region sollen ihre Verbindungen dazu nutzen, die Entscheidungsträger zu überzeugen, dass die Wahl auf Stuttgart fallen muss.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt ist Mitglied im Kuratorium der Stuttgarter Bewerbungsgesellschaft. Foto: dpa

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt ist Mitglied im Kuratorium der Stuttgarter Bewerbungsgesellschaft. Foto: dpa

Herr Hundt, wer ist aus Ihrer Sicht auf nationaler Ebene Stuttgarts härtester Konkurrent?

Für mich sind dies Leipzig und Hamburg. Leipzig als einziger Bewerber aus dem Osten sammelt emotional Pluspunkte. Für Hamburg spricht die scheinbare Weltläufigkeit und Atmosphäre.

Stuttgart und Frankfurt liegen geographisch dicht beieinander, zudem werden beide Städte und Länder von der CDU regiert. Da liegt eine gemeinsame Abstimmung in den späteren Wahlgängen nahe.

Uns ist generell jede Unterstützung willkommen, egal woher sie kommt.

In den diversen Umfragen unter der Bevölkerung in den vergangenen Wochen lag mal Leipzig, mal Hamburg, mal Düsseldorf vorn. Beunruhigt Sie das?

Wir halten uns an die Taktik im Radsport: lange im Windschatten fahren und auf der Zielgeraden aus der Deckung kommen und gewinnen.

Wer bekommt den Zuschlag - die Stadt mit der besten Bewerbung oder die mit der besten Lobby-Arbeit?

Ich hoffe sehr, dass auch die Lobby für Stuttgart spricht. Die entscheidenden Funktionäre müssen sich der Bedeutung der Vergabe bewusst sein.

Die Spiele sind teuer. Lohnt sich der finanzielle Aufwand?

Ich bin überzeugt, dass die Spiele für Stuttgart wirtschaftlich hochinteressant sind. Sie geben der Infrastruktur und dem Tourismus einen Riesen-Push.

Inwieweit könnten die guten Beziehungen von Daimler-Chrysler zum NOK und IOC Stuttgart nützen?

Alle unsere Firmen und Meinungsbildner werden ihre Verbindungen dazu nutzen, die Entscheidungsträger zu überzeugen, dass die Wahl auf Stuttgart fallen muss.

Hat Stuttgart auf internationaler Ebene Chancen gegen Metropolen wie New York, Madrid, Paris, London?

Stuttgart ist ein Weltstädtchen mit Herz. Das ist für mich entscheidender als die pure Einwohnerzahl.

Aber warum sollte gerade Stuttgart den deutschen Zuschlag erhalten?

Die Schwaben sind ein gastfreundliches, aufgeschlossenes Völkchen, die Infrastruktur und die Sportstätten sind erstklassig. Das wirtschaftliche Potenzial der Region ist enorm. Zudem sind die Stuttgarter außerordentlich sportbegeistert, wie viele Großveranstaltungen gezeigt haben.

Die Begeisterung der Fans über den VfB Stuttgart, der mit wenig Mitteln eine überragende Saison spielt und bei dem Sie Aufsichtsratsvorsitzender sind, hält sich in Grenzen.

Der VfB kommt aus einer schwierigen Phase, sportlich, wirtschaftlich und imagemäßig. Der Schwabe verlangt zunächst immer den Erfolg. Die bedingungslose Identifikation mit einem Verein, wie etwa im Ruhrgebiet, ist bei uns selten. Aber die Zuschauerzahlen sind im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent gestiegen.

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* Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt ist Mitglied im Kuratorium der Stuttgarter Bewerbungsgesellschaft

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