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26.01.2001

08:00 Uhr

jgo DÜSSELDORF. Die Kirchgruppe will ARD und ZDF dazu zwingen, Sportübertragungen der Fußballweltmeisterschaften vom Jahr 2002 an nur noch verschlüsselt für die digitale Verbreitung über Satellit anzubieten. Das Medienunternehmen befürchtet, der Verkauf der Sportrechte an Pay-TV-Anbieter in Europa werde behindert, wenn die Spiele bei den öffentlich-rechtlichen Sendern europaweit verfügbar wären. Die Kirchgruppe strebt an, die Übertragung über die eigene digitale Plattform abzuwickeln; Satellitenhaushalte mit so genannten Free-to-Air-Empfängern für Digital-TV wären dann vom Empfang ausgeschlossen.

Sollten ARD und ZDF auf die Forderung nach einer Verschlüsselung eingehen, müssten sie die Sendeabwicklung aus den Händen geben und das Monopol der D-Box auch für ihre Formate anerkennen. Wie eine Sprecherin der ARD Handelsblatt.com sagte, wollen die Intendanten Dieter Stolte (ZDF) und Albert Scharf (Bayerischer Rundfunk) so schnell wie möglich erneut Verhandlungen mit der Kirchgruppe aufnehmen, um zu einer Klärung zu kommen.

Bislang war vor allem die Frage als Streitpunkt ausgegeben worden, ob die öffentlich-rechtlichen Sender für die WM 2006 eine Option erhalten. Die Zusage, ARD und ZDF seien Wunschpartner, reicht der ARD nicht; zudem fordert die Anstalt das Recht auf Radioübertragungen aus den Stadien; das ZDF dagegen hatte gegen die Vertragsgestaltung keine Einwände, will sich aber den Verhandlungen anschließen. Am vergangenen Samstag hatten die ARD-Intendanten die Übereinkunft abgelehnt. Dem bisherigen Vertragsentwurf zufolge erhalten ARD und ZDF die Live-Übertragungsrechte für 24 der insgesamt 64 Spiele bei der WM 2002 in Japan und Südkorea. Für die Kirchgruppe geht es um ein Milliardengeschäft. Zusammen mit der Agentur ISL hat sie für die WM-Rechte 2002 und 2006 3,4 Mrd. DM an den Fußballweltverband Fifa bezahlt.

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