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26.03.2003

19:50 Uhr

Nanotechnologie und Biokraftstoffe im Fokus

MG erwartet Impulse durch neue Geschäftsfelder

Neue Geschäftsfelder wie die Biokraftstoff- und auch die Nanotechnologie sollen dem Frankfurter Chemie- und Anlagenbaukonzern MG technologies in den kommenden Jahren zusätzliches Wachstum sichern.

Reuters FRANKFURT. Allein für 2003 stellten Anlagenbauvorstand Fritz Lehnen und Chemievorstand Jürg Oleas in einem Gespräch mit Reuters am Mittwoch bei Biodiesel- und Bioethanolanlagen einen Auftragseingang bis zu 100 Mill. Dollar in den USA und bis zu 50 Mill. ? in Europa in Aussicht. Zudem sagten die Vorstände, beim geplanten Verkauf der Tochter Solvadis sei die MG nicht unter Druck. Auch bei der vorgesehenen Trennung von den Resten des älteren Sprengmittelgeschäfts, etwa bei den Airbagzündern, warte der Konzern noch auf akzeptable Angebote.

Die MG geht nach Worten von Engineering-Vorstand Lehnen bei den Planungen für Auftragseingänge dieses Jahr von zwei Biodieselanlagen in Europa und einer größeren Bioethanolanlage in den USA aus. "Wir erwarten in den USA einen Auftragseingang von 80 bis 100 Mill. Dollar", sagte Lehnen. Für Europa werde mit einem Ordereingang von 40 bis 50 Mill. ? gerechnet. Spruchreife Verträge lägen aber noch nicht vor. "Wir haben zwei Verträge für Bioethanolanlagen unterschrieben, wo die Finanzierung noch nicht steht", sagte Lehnen. Auch bei zwei Biodieselprojekten in Deutschland stehe die Frage der endgültigen Finanzierung noch aus.

Nach früheren Angaben der MG rechneten Experten für Europa bis 2010 mit etwa hundert und in den USA mit rund 60 neuen Anlagen zur Biokraftstoffherstellung. Auf Europa bezogen sieht Lehnen bis zum Jahr 2010 Investitionen in Biodiesel-Anlagen im Volumen von 1,5 Mrd. ?. "Bei Bioethanol wären dies etwa zwei Mrd. ?." Für die USA werde bei Biokraftstoffen ein Investitionsvolumen von etwa 2,5 Mrd. ? gesehen. "Das ist etwa unsere Marktschätzung", sagte Lehnen.

Im Geschäft mit der Nanotechnologie sieht die MG die Chance, den derzeit noch geringen Umsatz von rund 20 Mill. ? bis 2010 zu verfünffachen. "Es besteht die Möglichkeit, den Umsatz bis 2005 auf etwa 50 Mill. ? zu erhöhen und bis 2010 auf etwa 100 Mill. ?", sagte Chemie-Vorstand Oleas. Neben der Sachtleben Chemie in der Pigmentchemie beschäftigt sich die MG mit Nanotechnologie bei der Tochter Chemetall, etwa um mittels selbstausrichtender Moleküle den Korrosionsschutz zu verbessern und für optimale Lackhaftung an Oberflächen zu sorgen. Bei der MG-Gesellschaft CeramTec geht es um die höhere Belastung bei den Kugeln für künstliche Hüftgelenke.

Zu der seit längerem geplanten Trennung von der Chemiehandelstochter Solvadis sagte Oleas, die MG sei nicht in einer Notsituation zu verkaufen. Der Bereich sei profitabel und solide. "Wir haben eine klare Vorstellung, was uns die Solvadis Wert ist. Diese deckt sich im Moment nicht mit den Vorstellungen von Interessenten", sagte Oleas. Seit 1993 hatte sich die MG von Unternehmen mit rund sieben Mrd. ? Umsatz getrennt. Zugleich hatte die MG bei ihrer Neuausrichtung auf die beiden Säulen Engineering und Chemie Unternehmen mit einem Umsatz von fünf Mrd. ? hinzugekauft.

Ähnliches gilt nach den Worten des MG-Chemievorstands auch für das Airbagzündergeschäft im Restbestand der industriellen Sprengsysteme im Konzern. "Wir haben das Unternehmen saniert, es ist ziemlich profitabel bei einem Umsatz um die 40 bis 50 Mill. ?", sagte Oleas. Da müsse der MG schon ein sehr gutes Angebot gemacht werden. Schwierig gestalte sich der geplante Verkauf des weniger profitablen Wehrtechnik-Panzerfaustgeschäfts, wo auch das Kriegswaffenkontrollgesetz zu berücksichtigen sei. "Das ist ein komplexes Thema, bei dem wir im Moment überlegen, wie gehen wir es an." Das Zünder- und das Panzerfaustgeschäft sind die Reste des alten Sprengmittelgeschäfts, von deren Großteil sich die MG bereits getrennt hatte.

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