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27.07.2000

20:18 Uhr

Reuters FRANKFURT.Die europäischen Börsen haben am Donnerstag überwiegend schwächer geschlossen. Der deutliche Kursrückgang an der US-Computerbörse Nasdaq habe an den meisten Aktienmärkten die Hochtechnologiewerte unter Druck gesetzt, sagten Händler. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index notierte im späten europäischen Geschäft rund drei Prozent niedriger auf 3870 Punkten. Zudem habe die Gewinnwarnung des finnischen Telekomausrüsters Nokia die europäischen Börsen belastet. Gegen den allgemeinen europäischen Abwärtstrend konnten sich lediglich die Börsen Paris und Brüssel stemmen.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fiel bis zum Abend um 1,9 % auf 4849 Zähler, der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) rutschte um 2,3 % auf 5100 Punkte.



LONDON - Von Banken- und Telekomwerten gedrückt

An der Londoner Börse ist der FTSE-100-Index um 0,55 % auf 6352,1 Punkte gefallen. Händler erklärten den Kursrückgang mit der Schwäche bei den Finanz- und Telekomwerten. VodafoneAirTouch brachen um gut vier Prozent auf 302,88 Pence ein. British Telecom mussten trotz guter Quartalszahlen um 0,35 % auf 865 Pence nachgeben. Händler verwiesen auf die Gewinnwarnung von Nokia. Nach einer Gewinnwarnung von Halifax brachen die Finanztitel ebenfalls ein. Halifax verbilligten sich um 4,7 %, Lloyds TSB um 2,8 % und Royal Bank of Scotland um 5,1 %. Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen dagegen die Aktien von Glaxo, die sich um 3,6 % verteuerten. Das Pharmaunternehmen hatte seine Zahlen für das Halbjahr vorgelegt.



ZÜRICH - SMI-Index unter 8000 Zählern

Die Schweizer Börse hat unter der Marke von 8000 Punkten geschlossen. Händler erklärten, der Markt habe es nicht geschafft, den Widerstand bei 8060 Punkten zu knacken und habe zum Schluss frühe Gewinne abgeben müssen. Der Handel sei insgesamt unheitlich, aber in geordneten Bahnen verlaufen. Einige Spezialsituationen hätten das Geschäft belebt, hieß es. Der SMI-Index der Standardwerte schloss 12,8 Punkte oder 0,16 % leichter auf 7992,6 Zähler. Charttechnisch habe es zwar nicht schlecht ausgesehen. Damit der Markt wieder in eine Auwärtsbewegung einlenke, müsste er über 8060 Punkte steigen. Einige Marktteilnehmer bemängelten allerdings die geringen Volumen und fehlende Unternehmensnachrichten.



PARIS - CAC-Index freundlich

In Paris präsentierte sich die Börse gegen den europäischen Trend freundlich, der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen stieg um 0,29 % auf 6511,53 Punkte. Gute Unternehmenszahlen hätten zu dem leichten Anstieg beigetragen, sagten Händler. Alcatel kletterten um 3,9 %, nachdem der französische Elektronikkonzern seine Quartalszahlen vorgelegt hatte. Der Lebensmittelkonzern Danone überraschte ebenfalls mit unerwartet guten Zahlen für das erste Halbjahr. Börsianer honorierten die Meldung mit einem Plus von 3,5 %.



MAILAND - Mib30-Index im Nasdaq-Sog schwach

Der MIB30-Index fiel um 1,86 % auf 46 430 Punkte. Größter Verlierer waren die Aktien von Telecom Italia Mobile. Das Unternehmen hatte zuvor bekannt gegeben, seine Sparaktien in Stammaktien wandeln und die internationalen Vermögenswerte neu strukturieren zu wollen. Die Stammaktien von TIM fielen um 7,21 % auf 10,367 Euro, während die Sparaktien um 2,36 % auf 6,038 Euro anzogen. Händler erklärten die unterschiedliche Entwicklungen der Aktien mit Arbitragegeschäften. Am italienischen Neuen Markt gaben die Kurse durchschnittlich 2,35 % nach.

MADRID - Ibex-Index etwas leichter

An der Börse in Madrid ermäßigte sich der Ibex-35-Index um 0,17 % auf 10 726,0 Punkte. Händler sprachen von einem "dünnen" Sommergeschäft. Gegen die allgemeine Markttendenz konnten sich die Aktien des Indexschwergewichts Telefonica um 0,9 % auf 23,95 Euro verbessern. Marktteilnehmer erklärten den Anstieg mit der Erleichterung über den Rücktritt des Telefonica-Chefs Juan Villalonga. Die Börsenaufsicht hatte dem Verwaltungsratsvorsitzenden illegalen Insiderhandel unterstellt. Darüber hinaus verwiesen Händler auf die Einstufung von Morgan Stanley Dean Witter. Das Investmenthaus nahm die Bewertung der Telefonica-Aktie mit "strong buy" auf.



AMSTERDAM - AEX-Index deutlich schwächer

Die Amsterdamer Börse schloss im Zuge der schwachen Technologiewerte mit deutlichen Verlusten. Der AEX-Index ging um 1,23 % auf 672,09 Zähler zurück. Den Vorgaben aus den USA folgend mussten Technologiewerte die größten Verluste hinnehmen. Der indexschwergewichtige Halbleiterhersteller ASM Lithography brach um 7,1 % ein, Philips um 6,1 %. Gegen die allgemeine Markttendenz verbesserten sich die Aktien des Einzelhändlers VendexKBB um 2,7 %. Das Unternehmen hatte zuvor bekannt gegeben, seine Verluste schreibende Modehauskette Kreymborg schließen zu wollen.



WIEN - ATX-Index knapp behauptet

Die beiden großen Brau-Titel standen im Blickpunkt des Interesses an der Wiener Börse. Brau Union und BBAG zogen kräftig an, weil es wieder ein Mal Gerüchte im Markt gab: Die Zusammenlegung der Aktie zum einen und zum anderen, ob nicht die ganze Gruppe verkauft werden könnte, war das Gespräch unter Händlern am Donnerstag. Bei Bank Austria gab es doch wieder hohe Umsätze, die Aktie schloss auf 60,12 (59,90). Der ATX ging auf 1142,59 (1143,31) Punkten aus dem Handel. Das Geschäft habe sich nach wie vor auf die Bank Austria konzentriert, die noch mit einer Risikoprämie gegenüber der HypoVereinsbank-Aktie notierten.



BRÜSSEL - BEL20-Index fester

In Brüssel stieg der Bel20-Index um 0,74 % auf 3059,78 Punkte. Händlern zufolge wurde die Tendenz von einem Anstieg bei den Finanzwerten unterstützt. Fortis B stiegen um 1,28 % auf 33,14 Euro. Die Aktie habe von der Übernahme des US Memorial Life Insurance Company-Versicherers für 200 Mill. US-Dollar in bar profitiert, hieß es. Solvay kletterten um 1,3 %. Nach Börsenschluss legte das Chemie- und Pharmaunternehmen seine Zahlen vor.



STOCKHOLM - OMX-Index von Nokia gedrückt

Die Stockholmer Börse ging belastet vom Kurseinbruch bei Nokia äußerst schwach aus dem Handel. Der OMX-Index rutschte um 2,64 % auf 1307,02 Punkte. Der finnische Telekomausrüster Nokia hatte im zweiten Quartal 2000 deutlich mehr als vor einem Jahr verdient, zugleich jedoch vor zu hohen Gewinnerwartungen in den kommenden Monaten gewarnt. Die Aktie des weltgrößten Handy-Produzenten stürzte nach dieser Prognose um mehr 99,0 Schwedische Kronen auf 385,0 Kronen ab. Marktschwergewicht Ericsson verbilligte sich um zehn Kronen auf 172 Kronen und belastete den Gesamtmarkt damit ebenfalls.

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