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06.03.2003

18:22 Uhr

Nasdaq startet Ende März

Deutsche Börse begrüßt Zentralisierung

Die Deutsche Börse AG erhofft sich von den Plänen der Bundesregierung zur Zentralisierung der Börsenaufsicht die Vermeidung möglicher regulatorischer Ungleichbehandlung verschiedener Börsenplätze.

Reuters FRANKFURT. "Wir begrüßen den Finanzmarktförderungsplan einschließlich des Programms zur Rückgewinnung des Anlegervertrauens. Ein wichtiger Punkt ist Zentralisierung der Börsenaufsicht, dies vor allem angesichts absehbarer regulatorischer Ungleichstellung bei der Internalisierung", sagte eine Sprecherin der Börse Reuters am Donnerstag. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) hatte zuletzt Pläne zur Stärkung des Finanzmarktes Deutschland vorgestellt, die eine einheitliche Aufsicht vorsehen. Bislang fällt die Börsenaufsicht in Länderzuständigkeit.

Die Frankfurter Deutsche Börse AG sieht in der unterschiedlichen Einstufung des eigenen Internalisierungsmodells und das des Wettbewerbers Nasdaq Deutschland durch die beiden Aufsichtsbehörden in Hessen und Berlin regulatorisch ungleich behandelt. Während Hessen dem Xetra Best-System der Deutschen Börse das Siegel "Börsenpreis" versagt, erhält die in Berlin ansässige Nasdaq Deutschland diese Auszeichnung für ihre Kurse. "Wir haben unser Modell den Behörden schon vor langer Zeit vorgestellt und es wurde nie ein Zweifel daran geäußert, dass wir Börsenpreise habe", sagte eine Sprecherin von Nasdaq Deutschland.

Mit dem Siegel Börsenpreis stellt der Gesetzgebern klar, dass der entsprechende Handel auf einer allen Marktteilnehmern gleichermaßen zugänglichen Plattform zu Stande gekommen ist. Im Wettbewerb der Systeme ist die Frage "Börsenpreis oder nicht" auch eine Prestigefrage geworden. So verweist Nasdaq Deutschland in der Systembeschreibung auf ihrer Internet-Seite darauf, es handele sich um ein "attraktives Internalisierungsmodell mit Börsenpreis."

Nasdaq Deutschland, ein Gemeinschaftsunternehmen der US-Börse Nasdaq, verschiedener Banken sowie der Börsen Berlin und Bremen, startet Ende März 2003 mit seinem auf die so genannte Internalisierung ausgerichteten Handelssystem. Unter Internalisierung versteht man die Abrechnung eines Kundenauftrags zum Kauf einer Aktie gegen einen Verkaufsauftrag innerhalb einer Bank. Das Institut kann dadurch am Preisunterschied (Spread) zwischen den beiden Aufträgen verdienen. Mit dem System der Nasdaq Deutschland und "Xetra Best" können diese Abläufe systematisiert werden. Die hessische Börsenaufsicht habe entschieden, dass es sich hierbei gemäß dem Börsengesetz (§ 24) nicht um einen Börsenpreis handeln könne, da der Preis nicht auf einer allen Marktteilnehmern gleichermaßen zugänglichen Plattform zu Stande komme, die sagte die Sprecherin der Deutschen Börse.

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