Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.01.2001

11:46 Uhr

dpa BRÜSSEL/LONDON/ROM. Die Verwendung uranhaltiger Munition während des Balkan-Einsatzes der NATO wird Thema eines Treffens des Militärbündnisses am 9. Januar in Brüssel. Das bestätigte eine NATO - Sprecherin am Donnerstag.

Ob das Treffen auf Ministerebene stattfinden wird, konnte die Sprecherin nicht sagen. Die Munition sei außerdem nur einer von mehreren Tagesordnungspunkten, hieß es weiter. Eine Stellungnahme zu einem möglichen Zusammenhang zwischen dem Einsatz dieser Munition und dem späteren Krebstod mehrerer NATO-Soldaten sei vor dem Treffen nicht geplant, sagte die Sprecherin.

In Italien war ein sechster Soldat nach seinem Balkan-Einsatz an Leukämie gestorben. Nach einem Bericht des italienischen Fernsehens vom Mittwoch erhärtete sich damit der Verdacht weiter, dass uranhaltige Munition der NATO Krebs hervorgerufen habe.

Offenbar sind weitere italienische Soldaten nach ihren Einsätzen im Kosovo und in Bosnien erkrankt. Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi und Ministerpräsident Giuliano Amato hatten von den Brüsseler NATO-Behörden Aufklärung gefordert. Auch Frankreich verlangte wie ferner Belgien und Portugal mehr Informationen. London wies darauf hin, dass nur die USA die uranhaltige Munition auf dem Balkan verwendet habe.

Die NATO hatte im April 1999 den Einsatz schwach radioaktiver Uran-Munition bei den Luftangriffen gegen Jugoslawien eingeräumt. Vor einem Jahr wurde bekannt, dass US-Soldaten bei etwa 100 Angriffsflügen mit A-10-Flugzeugen 31 000 Einheiten Munition mit insgesamt rund zehn Tonnen schwach radioaktiven Urans verwendeten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×