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01.02.2001

18:09 Uhr

adx WUPPERTAL. Erneuerbare Energien werden für die Energieversorgung Nordrhein-Westfalens nach Erwartung von Fachleuten immer wichtiger. Der Anteil von Solarstrom sowie von Wind- und Wasserkraft werde von jetzt sechs Prozent auf acht Prozent bis 2004 steigen, prognostizierte der Leiter der Energieagentur NRW (EA), Norbert Hüttenhölscher, am Donnerstag in Wuppertal. Bis 2010 rechnet er mit einem weiteren Anstieg auf 16 %.

"In 20 Jahren wird nahezu jedes nach Süden geneigte Dach mit einer Solaranlage ausgestattet sein", gab Hüttenhölscher die Richtung vor. Schon jetzt verzeichne die Energieagentur einen "regelrechten Nachfrageboom" bei der Beratung über den Einsatz erneuerbarer Energiequellen. Als Gründe für diese Entwicklung nannte Hüttenhölscher das wachsende Bewusstsein über langfristig steigende Energiekosten sowie ein generelles Umdenken beim Umgang mit Energie in Betrieben und Haushalten. "Es gilt inzwischen durchaus als chic, wenn man sich um den rationellen Einsatz von Energie kümmert", stellte Hüttenhölscher fest.

Nahezu jede 5. Anfrage wird zu Erneuerbaren gestellt

Nach der von Hüttenhölscher und Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold (SPD) vorgelegten Bilanz konnte die EA im Vorjahr die Zahl ihrer Beratungsgespräche auf 18 400 (1999: 17 300) erhöhen. Nahezu jede fünfte Anfrage drehte sich um unerschöpfliche Energien. "Das meiste Interesse fand die Photovoltaik", stellte Schwanhold fest. Als beispielhafte Projekte für den Einsatz von Solarenergie nannte er die geplanten Solarenergie-Anlagen für die im Umbau befindlichen Wuppertaler Schwebebahnhöfe sowie das Gebäude eines Fahrzeugzulieferers, wo das Dach der Hauptverwaltung komplett mit Solarzellen gedeckt wurde.

Die 1990 mit Landesmitteln gegründete und unterstützte EA - Etat 2000: 13 Mill. Mark - hat sich nach Angaben Hüttenhölschers zu einem "in Deutschland in dieser Form einmaligen" Werkzeug für Struktur-, Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik gemausert. Die Ergebnisse der unentgeltlichen Beratungen führten in vielen Fällen zu hohen Investitionen in moderne Energieanlagen, die zugleich neue Arbeitsplätze schafften. Darüber hinaus berate die Agentur inzwischen auch Existenzgründer und Architekten in energietechnischen Fragen. Der von der EA angebotene Gebäude-Check Energie wird im Sommer um einen Solarcheck erweitert.

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