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27.03.2003

08:02 Uhr

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Cannes - koste es, was es wolle

VonPetra Schäfer (Handelsblatt)

Während die großen Produktionsfirmen in Anbetracht des Irak-Krieges und der Marktflaute sparen, schöpft Nordrhein-Westfalen aus dem Vollen.

NRW-Staatssekretärin Miriam Meckel empfängt auf der Fernsehmesse Mip TV Filmhändler und Produzenten wie immer auf einer Yacht im Hafen von Cannes. "Wir bieten unseren Produzenten ein Stück Heimatgefühl", sagt Meckel, die in den vergangenen Jahren noch gemeinsam mit dem damaligen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement für die Wirtschaftsförderung im Westen warb. Die Tradition soll beibehalten werden, auch wenn es in diesem Jahr weit weniger Yachten und rauschende Empfänge an der Mittelmeer-Promenade gibt.

Branchenriese Fremantle Media hingegen spart sich seine Party und auch der börsennotierte Kinderfilmproduzent TV Loonland kommt erstmals ohne Luxusboot an der Hafenmole aus. Da staunt die Medienbranche des bevölkerungsreichsten Bundeslandes: "Ich wundere mich, warum diese Präsenz sein muss", sagt ein Kölner Fernsehproduzent. Zwar hängen in NRW 375 000 Arbeitsplätze von Fernsehen, Kino, Werbung und Verlagen ab, aber das Förderprogramm für die schwächelnde Produzentenlandschaft ließe sich auch in nüchternerer Atmosphäre präsentieren.

15 Millionen Euro Bürgschaften will das Land für Produzenten bereitstellen, hinzu kommen gemeinsam mit der Landesfilmförderung Mikrodarlehen für kleine Produzenten. Doch für die wichtige Hilfe bedarf es nicht unbedingt des blauen Mittelmeeres.

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