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31.01.2003

09:43 Uhr

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Jackass: Fernsehen ohne Hemmungen

VonHans-Peter Siebenhaar

Für die einen ist "Jackass" ekelig, peinlich, gewaltsam , für die anderen krass, rotzfrech, kultig: Die Trash-Show auf dem Münchner Musikkanal MTV spaltet die Zuschauergemeinde.

HB DÜSSELDORF. Für den deutschen Ableger des amerikanischen Medienkonzerns Viacom ist "Jackass" (und die deutsche Nachahmershow "Freakshow") ein Erfolg. Die werberelevante Zielgruppe liebt ihre MTV-Helden wie sie Elektroschocker am eigenen Körper ausprobieren, in einem Becken voller Fäkalien schwimmen oder aus Erbrochenem einen Pfannkuchen braten.

Auch wenn der Sender betont, dass er mit einem "Totenkopf"-Symbol bei besonders gefährlichen Szenen vor dem Nachmachen warnt und auf die Ausstrahlung mancher Teile aus dem amerikanischen Original verzichtet, die Hemmschwelle im harten Wettbewerb der Sender sinkt. MTV geht es mit seiner Strategie gut. Trotz eines miesen Marktes konnte der Spartensender nochmals zweistellig beim Umsatz zulegen.

Den obersten Jugendschützer unter den deutschen Landesmedienanstalten, Wolf-Dieter Ring, hingegen ist die Lust auf Verletzungen, das Überschreiten von Grenzen und die Verharmlosung von Gefahren ein Dorn im Auge. Ring setzte bei dem Sender durch, die Sendung wenigstens ins Nachtprogramm ab 22 Uhr zu schieben.

Ob der kleine Sieg ausreicht? Denn die große "Jackass"-Welle rollt zur Freude von MTV auf Deutschland erst noch zu. Am 27. Februar kommt der in den USA bereits erfolgreich laufende Kinofilm in die deutschen Filmtheater. Doch während in deutsche Kinosäle nur Erwachsene gelassen werden , sitzen vor der MTV-Mattscheibe weiterhin auch Jugendliche.

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