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18.02.2003

06:50 Uhr

NAVIGATOR

Offene Rechnung zu begleichen

VonTorsten J. Gerpott (Professor an der Duisburger Universität.)

Call-by-Call-Telefonate, bei denen Kunden durch Eintippen einer Kennzahl vor der Telefonnummer einen preisgünstigen Anbieter wählen, sind hier zu Lande beliebt. Die Deutsche Telekom führt diese Verbindungen in ihren Rechnungen mit auf und leitet die Beträge an ihre Konkurrenten weiter - wie es die Regulierungsbehörde vorgeschrieben hat.

Das ist bequem für den Kunden, der nur einmal an die Telekom zahlen muss. Nun hat aber das Verwaltungsgericht Köln entschieden, dass die Telekom nur noch für normale Telefonate und Auskunftsanrufe, nicht aber für Verbindungen in das Internet und zu Mehrwertdiensten das Geld für ihre Konkurrenten abzurechnen hat.

Sollte das Urteil Bestand haben, hätte es fatale Folgen für den Internet-by-Call-Markt - also für Anbieter, die eine billige Einwahl in das Internet ermöglichen. Gerade hier sind die Margen so klein, dass es sich kein Anbieter leisten kann, selbst Rechnungen zu verschicken. Internet-by-Call wäre dann nur noch für die Kunden interessant, die bereit wären, per E-Mail erhaltene Rechnungen gesondert zu überweisen.

Für die Internet-Nutzung am Standort Deutschland wäre das ein Rückschritt. Deshalb sollte die Bundesregierung die anstehende Überarbeitung des Telekommunikationsgesetzes nutzen, um überzeugender zu definieren, für welche Dienste die Telekom die Abrechnung für Wettbewerber mit übernehmen muss. Dabei stehen sich Verbraucher- und Telekom-Interessen, also Frau Künast und Herr Eichel, gegenüber. Man darf gespannt sein, welche Interessen die Gesetzgebung hier prägen werden.

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