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17.01.2003

06:01 Uhr

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Ricke strukturiert zu halbherzig

VonTorsten J. Gerpott (Professor an der Universität Duisburg)

Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke hat auf den ersten Blick einen harten Restrukturierungskurs eingeschlagen: Personalabbau und Beteiligungsverkäufe sollen den Schuldenberg verkleinern. Doch die echten strategischen Aufgaben hat er nicht angepackt.

Im Mobilfunk etwa hält die Telekom an ausländischen Netzbetreibern fest, deren Marktposition zu schwach ist, um je eine akzeptable Verzinsung des investierten Kapitals zu erreichen. Im Systemgeschäft mag sie nicht eingestehen, dass T-Systems international in der zweiten Liga spielt und deshalb schnell als Junior-Partner in eine Kooperation eingebracht werden muss. Im Online-Geschäft befindet sich die Telekom im Ausland in einer ähnlich schweren Lage wie AOL in Deutschland. Auch hier muss sie sich von Beteiligungen ohne Erfolgsaussichten trennen.

Das Top-Management der Telekom sollte in dieser Situation rasch eine entschlossene Strategie der starken Selbstbeschränkung auf strategisch attraktive Geschäfte umsetzen - auch wenn sie im Konzern selbst und wohl auch in der Politik laute Proteste hervorrufen wird. Dieser Gegenwind wird aber ein schwaches Lüftchen sein im Vergleich zu dem Sturm, der dem Unternehmen droht, wenn seine Restrukturierung halbherzig bleibt.

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