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07.01.2004

07:05 Uhr

NAVIGATOR

Unattraktiver Netzausbau

VonTorsten J. Gerpott (Professor an der Universität Duisburg)

Wenn Wettbewerber der Deutschen Telekom ihren Endkunden Telefonverbindungen anbieten wollen, sind sie auf die Mitbenutzung der Infrastruktur des Ex-Monopolisten angewiesen.

Doch die so genannten "Interconnection- Entgelte" die sie dafür an die Telekom zahlen müssen, sind so gestaltet, dass ein Wettbewerber umso weniger an die Telekom zahlt, je umfangreicher das eigene Netz ist. Damit sollten alternative Carrier Anreize bekommen, in ihre eigenen Netze zu investieren.

Die neuen Entgelte, die seit Ende letzten Jahres gelten, bewirken nun genau das Gegenteil. Denn für Wetbewerber mit wenig eigener Infrastruktur sinken die Preise um 18 %, wohingegen der Preisrückgang bei Carriern mit stark ausgebauten Netzen nur 9 % beträgt. Mit dieser Entscheidung ist es für die Telekom-Wettbewerber kaum noch attraktiv, in eigene Verbindungsnetze zu investieren.

Um "infrastrukturbasierten Wettbewerb" im Telekommarkt zu fördern, hätte die Regulierungsbehörde die Preisdifferenz bei Interconnection-Gebühren eher vergrößern und nicht noch verkleinern müssen. Die neuen Preis-Strukturen setzen ein falsches Signal gegen mehr Investitionen in deutsche Telefonverbindungsnetze

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