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04.03.2003

06:40 Uhr

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Viel Lärm um dürre Fakten

VonKatharina Slodczyk

Jetzt schaltet sich Kai-Uwe Ricke höchstpersönlich in den Wirbel um angebliche Täuschungen beim dritten Börsengang ein. In einem Brief versuchte der Chef der Deutschen Telekom gestern, seine Mitarbeiter zu beruhigen.

"Lassen sie sich durch die Berichterstattung nicht verunsichern", schrieb Ricke. Und: Die Telekom habe jederzeit umfassend und richtig über die Lage des Unternehmens informiert.

Damit reagierte er auf die neuen Vorwürfe gegen den Konzern, die immer größere Kreise ziehen: Demnach habe die Telekom ihre Anleger beim dritten Börsengang im Juni 2000 getäuscht. Vergangene Woche hatten daher übereifrige Anwaltskanzleien Strafanzeige gegen die Telekom und den Bund als Mehrheitseigner wegen angeblichen Kapitalanlagebetrugs gestellt, Oppositions-Politiker forderten den Rücktritt des Bundesfinanzministers, Aktionärsschützer stellten Anlegern Schadenersatz in Aussicht, und jetzt werden auch noch Klagen von US-Anlegern erwartet, fehlt nur noch ein Lügenausschuss - viel Lärm um eine bisher sehr dünne Faktenlage: Offenbar gab es unterschiedliche Meinungen im Telekom-Vorstand über den Wert der Mobilfunktochter One2One. Das allein reicht aber noch lange nicht für eine erfolgreiche Klage gegen die Telekom oder den Bund aus.

Der ganze Wirbel ist wohl eher ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für Rechtsanwälte. Denn die Aussichten, dass die Anleger auf Grund dieser dünnen Fakten Schadenersatz bekommen, sind mehr als gering.

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