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26.07.2000

14:46 Uhr

Reuters FRANKFURT. Das Scheitern der geplanten Fusion von Dresdner Bank und Commerzbank hat den Deutschen Aktienindex im Handelsverlauf am Mittwoch ins Minus gezogen. Der Dax lag am frühen Nachmittag um 0,68 % tiefer bei 7 278,78 Punkten. Ein weiterer belastender Faktor sind Händlern zufolge die Gewinnmitnahmen bei Siemens und Infineon. Die beiden Unternehmen hatten am Morgen Rekordergebnisse für das dritte Quartal bekannt gegeben. Die Aktien von DaimlerChrysler fielen nach einer Gewinnwarnung um knapp zwei Prozent.

Die Dresdner Bank und die Commerzbank hatten am Morgen das Scheitern ihrer Gespräche über eine Fusion wegen unüberbrückbarer Interessengegensätze bekannt gegeben. Die Börse setzte daraufhin die Aktien der beiden Institute für eine Stunde vom Handel aus. Nach der Handelswiederaufnahme brachen Dresdner im Verlauf um 4,4 % auf 45,60 Euro ein und lagen hinter Epcos an der Spitze der Verlierer. Commerzbank legten dagegen leicht um 0,43 % auf 37,70 Euro zu. Die Großaktionärin der Dresdner Bank, die Allianz AG, gehörten mit einem Abschlag von 2,57 % ebenfalls zu den größten Verlierern.

Nach einem positiven Start rutschten die Aktien des Siemens-Konzerns und der Halbleiter-Tochter Infineon auf Grund von Gewinnmitnahmen ins Minus. Horrende Wachstumsraten von Infineon hatten Siemens im dritten Quartal des Geschäftsjahres 1999/2000 ein Rekordergebnis beschert. Die Ergebnisse lägen über den Erwartungen, und nun laute das Motto: "sell on good news", sagte ein Händler. Siemens gaben um 1,78 % nach, Infineon um 1,3 %. Epcos lag an der Spitze der Verlierer und notierten um 5,53 % tiefer bei 111,00 Euro.

Berichte über eine mögliche Verschiebung des Börsengangs der Telekom-Mobilfunktochter T-Mobile wurden Händlern zufolge vom Markt eher positiv aufgenommen. Die T-Aktie erholte sich weiter um knapp ein Prozent auf 50,50 Euro. Am Montag waren die Aktien der Deutschen Telekom nach der Bekanngabe der Übernahme der US-Telefongesellschaft VoiceStream wegen des von Analysten als zu hoch empfundenen Kaufpreises um zwölf Prozent auf ein neues Jahrestief eingebrochen.

Die Nebenwerte tendierten schwächer. Der MDax gab 0,40 % auf 4 640,13 Punkte nach. Auch der Neue Markt lag knapp unter den Vortagesnotizen. Der Nemax-All-Share-Index gab 0,22 % auf 5 488,67 Punkte und der Nemax-50-Index um 0,51 % auf 6 211,22 Punkte nach. Händlereinschätzungen zufolge drückt die Stimmung bei den Standardwerten nach dem Scheitern der Fusion von Dresdner Bank und Commerzbank auch auf die Atmosphäre am Wachstumssegment.

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