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11.01.2001

12:44 Uhr

Nemax-All-Share lag um 12.30 Uhr 1,81 % im Plus

Neuer Markt - Nach moderatem Start freundlich

Der Frankfurter Neue Markt tendierte am Donnerstagmittag nach einem gut behaupteten Start Start freundlich. Händlern zufolge erhielten die Aktien ihre Unterstützung hauptsächlich von den guten Vorgaben der Wall Street. Die Erholung sei allerdings allein auf technische Reaktionen zurückzuführen. Die Umsätze seien gering.

Reuters FRANKFURT. Die jüngsten Quartalszahlen Internet-Portals Yahoo! belastet Marktteilnehmern zufolge die Online-Anbieter die Auswirkungen auf den Gesamtmarkt seien allerdings schwer abzuschätzen. Der schwache Nasdaq-Future spiele derzeit keine Rolle.

Der alle Werte des Wachstumssegments umfassende Nemax-All-Share lag gegen 12.30 Uhr 1,81 % im Plus bei 2347,80 Punkten und der Blue-Chip-Index Nemax-50 tendierte 2,75 % höher bei 2297,41 Zählern. Der Nasdaq-100-Future deutet mit einem Minus von 41 Punkten auf 2400,50 Zähler auf eine schwächere Eröffnung in New York hin. Der technologielastige Nasdaq-Index gewann am Mittwoch 3,39 % auf 2524,18 Punkte, während der Dow Jones um 0,3 % auf 10 604,27 Zähler stieg.

Das Geschäft verlaufe bei geringen Umsätzen ruhig, berichteten Börsianer. Dennoch sei nach wie vor Nervosität am Markt spürbar. Die Anleger beschränkten sich derzeit auf "Stock Picking", sie orderten unter Papiere von Unternehmen, die gute Zahlen und gute Zukunftsaussichten vorweisen könnten, sagte Patrick Buarque, Händler bei der DG Bank.

Eine echte Trendwende konnten die Marktteilnehmer trotz der freundlichen Tendenz nicht erkennen. Dazu seien die Umsätze zu gering. Der Neue Markt habe mit einem massiven Vertrauensverlust zu kämpfen, sagte Buarque. Guten Unternehmensergebnissen müssten Reformen der Börsenregularien folgen, um die Anleger in das Wachstumssegment der Deutschen Börse zurückzulocken.

Für den weiteren Kursverlauf sind die Börsianer vorsichtig optimistisch. Nach den vorangegangenen Verlusten gebe es einiges Erholungspotenzial. Allerdings hänge die Entwicklung stark von der Nasdaq ab. Buarque sieht einen kurzfristigen Widerstand für den Nemax-50 bei 2400 Punkten.

Gefragt waren am Donnerstag vor allem Unternehmen, die gute Zahlen veröffentlicht haben. Macropore stiegen um 24,71 % auf 8,48 Euro und Kontron um 23,41 % auf 59,10 Euro. RT-Set verteuerten sich um 38,66 % auf 5,81 Euro.

Auf der Verliererseite standen unter anderem Orad Hi-Tec, die mit einem Minus von 22,86 % auf 8,10 Euro ihre Talfahrt der vergangenen Tage fortsetzten und zeitweise auf ein Allzeit-Tief von 7,30 Euro einbrachen. Vergangene Woche hatte das Unternehmen einen Verkaufsausfall bekannt gegeben. Stark unter Druck standen auch MatchNet, die am Mittwoch noch kräftig zugelegt hatten. Die Aktie verbilligte sich um zwölf Prozent auf 1,32 Euro. T-Online verloren im Sog der Yahoo! -Gewinnwarnung 4,03 % auf 14,30 Euro.

Größter Gewinner bis zum Mittag war die Kontron Embedded Computer AG mit einem Zuwachs von 25,29 % auf 60,00 Euro. Der Anbieter miniaturisierter Computer hatte mit Rekordzahlen für das vierte Quartal die Anleger positiv überrascht. Der Umsatz liege bei über 100 Mill. DM, für das Gesamtjahr erwarte Kontron nun eine Umsatzsteigerung auf über 240 Mill. DM. Damit seien die bereits zweimal in den vergangenen Monaten erhöhten prognostizierten Umsätze erneut übertroffen worden.

Ein Minus von 0,17 % auf 12,00 Euro verbuchte die Brokat AG. Das Stuttgarter Unternehmen hatte in den vergangenen Tagen ohne neue Nachrichten unter der negativen Entwicklung am Neuen Markt gelitten und war auf ein Tief von 9,40 Euro gefallen. In einem dpa-Gespräch sagte Finanzvorstand Michael Janßen, Brokat werde trotz stockender Verkaufszahlen der Software-Branche an der bestehenden US-Strategie festhalten. Dort hatte das in Stuttgart und San Jose/USA beheimatete Unternehmen zwei Firmen übernommen.

Ein deutliches Plus von 14,13 % auf 30,70 Euro verbuchte Qiagen. Der Titel profitiere offenbar noch vom Technologieaustausch zwischen der Tochter Genomics Inc. und der japanischen Daiichi Pure Chemicals Co. Ltd, sagten Händler.

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