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24.02.2002

17:15 Uhr

NESP wird aus Eierstöcken von chinesischen Hamstern gewonnen

Stichwort: Blutdoping

Das Blutdopingmittel Erythropoietin (EPO) zählte bei den Ausdauerleistern im Hochleistungssport zumindest bis zu den Olympischen Spielen 2000 in Sydney zu den "Modedrogen". Dort konnte das Internationale Olympische Komitee (IOC) zum ersten Mal verlässliche Kontrollen durchführen.

dpa SALT LAKE CITY. Zunächst wird eine Blutprobe genommen. Bei einem positiven Befund erfolgt ein Urin-Test zur Bestätigung. Blutdoping steht seit 1988 auf der IOC-Liste der verbotenen Methoden. Bei den Winterspielen in Salt Lake City wurden rund 800 Bluttest bei fast allen Ausdauerathleten (Eisschnelllauf, Skilanglauf) veranlasst.

Das künstlich hergestellte EPO vermehrt die Zahl der roten Blutkörperchen. Je mehr dieser Körperchen vorhanden sind, umso mehr Sauerstoff kann im Körper transportiert werden. Dies führt bei Dauerleistern zu Leistungssteigerungen.

NESP istt wirksamer als EPO

EPO wird seit 1988 gentechnisch hergestellt. Es wird kommerziell für medizinische Zwecke gehandelt. Die bei dem Skilangläufer Johann Mühlegg aufgespürte Substanz Darbepoetin alfa (NESP) steht seit dem 1. Juni 2001 zur Verfügung. Sie ist von EPO abgeleitet. NESP ist wirksamer als EPO und hat mit 25,3 Stunden nach intravenöser Injektion eine längere Halbwertzeit. Bei EPO beträgt die Verfalldauer und damit die Nachprüfbarkeit als Dopingmittel 8,5 Stunden.

Darbepoetin ist in den USA und in der EU als Medikament zugelassen. Es fördert die Produktion von roten Blutkörperchen und wird als Mittel gegen Blutarmut und chronische Nierenprobleme eingesetzt.

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