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17.07.2000

18:05 Uhr

ap LANGEN. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat Maßnahmen getroffen, um den Flugverkehr in Deutschland vor etwaigen Störungen aus TV-Kabelnetzen zu schützen. Am Montag stellte die DFS im hessischen Langen einen Sicherheitskatalog vor, den sie gemeinsam mit der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post und den Betreibern der privaten Kabelnetze erstellt hat. Danach werden zunächst Funkfrequenzen verlagert, um Störungen im Sprechfunk- und Navigationsbereich zu vermeiden, die von Breitbandkabeln herrühren. Gleichzeitig müssen die Netzbetreiber dafür sorgen, dass die Ursachen dieser Störungen beseitigt werden.

"Die Sicherheit im Flugverkehr ist gewährleistet", sagte DFS-Geschäftsführer Dieter Kaden. Private Fernsehkanäle müssten dafür vorläufig nicht abgeschaltet werden. Laut Kaden gibt es seit Ende der 80er Jahre vom Kabelfernsehen verursachte Probleme beim Sprechfunk, die überwiegend von Anschlüssen in Privathaushalten ausgingen. Daneben seien allerdings auch schwerwiegendere Beeinträchtigungen bei der Funknavigation möglich. "Bisher gab es noch keine konkreten Störungen beim Landeanflug, aber diese sind hypothetisch denkbar", sagte Kaden. Daher habe man sich zu vorbeugenden Maßnahmen zur Flugsicherung entschlossen.

Der Vizepräsident der Regulierungsbehörde, Matthias Kurth, sagte, für einen Zeitraum von drei Jahren habe die Deutsche Flugsicherung ihre betroffenen Betriebsfrequenzen verlegt. Dies sei allerdings nur eine Übergangslösung, da wegen der Zunahme des Flugverkehrs langfristig alle Funkfrequenzen nutzbar sein müssten. Deshalb seien die Anflugbereiche lokalisiert worden, bei denen Störungen infolge von Empfangs- und Verteilanlagen möglich seien. Die Deutsche Telekom AG und die privaten Netzbetreiber hätten daraufhin ihre betroffenen Frequenzen verlagert oder eingestellt. Jetzt müssten sie für eine Einhaltung der Störgrenzwerte sorgen. "Letztlich liegt die Verantwortung für einen störungsfreien Ablauf bei den Kabelnetzbetreibern", sagte Kurth.

Zur langfristigen Lösung des Problems sollten geeignete Verfahren zur Überprüfung von Empfangs- und Verteilanlagen entwickelt werden, fügte Kurth hinzu. Daneben sei eine Arbeitsgruppe zur Einführung digitaler Übertragungsverfahren gebildet worden. "Wir wollen sehen, was der Wechsel von analogem auf digitales Verfahren in unserem Bereich bringt", sagte der Vizepräsident der Regulierungsbehörde. Ein Vorteil sei auch, dass der Bundesrat am vergangenen Freitag einem Verordnungsentwurf der Bundesregierung zugestimmt habe, der die Frequenzzuweisung regele. "Damit haben wir eine klarere rechtliche Situation."



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