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07.02.2001

19:01 Uhr

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Netzwerkausstatter unter Druck

VonWALL STREET CORRESPONDENTS

Es sind ohne Frage Ciscos Quartalszahlen und die bescheidenden Wachstumsprognosen, die den Nasdaq Index heute Nerven kostet. Der größte Netzwerkhersteller der Welt verfehlte die Analystenerwartungen um einen Cent und belastet Computer- und Chiphersteller. Netzwerkausstatter geraten unter Druck. Neben Nasdaq-Schwergewicht Cisco büßen auch JDS Uniphase, Oracle und i2 Technologies Punkte ein. Der Dow Jones Index hält sich dagegen wacker in der Gewinnzone.

Bereits seit den frühen Handelsstunden führt Cisco die Verliererliste der US-Technologiewerte an. Der Netzwerkausstatter verfehlte nicht nur Gewinn- und Umsatzerwartungen, sondern schockt die Börsianer auch mit schlechten Zukunftsdaussichten.



Cisco

wird vorrausichtlich in den kommenden sechs Monaten seine Umsätze nicht steigern können. Der Konzern litt unter geringerer Nachfrage. Insbesondere Telefongesellschaften und weitere große Unternehmen hätten auf Grund der schwachen Konjunktur weniger in ihre Netzwerke investiert. Die Aktie verliert bis zur Mittagsstunde fast 15 Prozent.



Doch auch Ciscos Zulieferer leiden. Medtronic, Felxtronic und andere Komponentenhersteller werden ebenfalls unter Ciscos trüben Wachstumsaussichten zu leiden haben. Die Aktien verbilligen sich ebenfalls. Neben Cisco notieren auch Computer-, Chip und artverwandte Werte schwächer. Sun Microsystems, Oracle, Broadcom und Altera verlieren an Wert. Ciscos Wachstumsbedenken gelten auch für Netzwerkausstatter wie Juniper Networks und Network Applience. Die Aktien büßen ebenfalls an Wert ein. Auch Ciscos Konkurrenten tendieren heute schwächer. Besonders der Chiphersteller PMC-Sierra zieht Cisco mit in die Tiefe. Die Umsatzzahlen von Cisco haben gezeigt, dass die Unternehmen ihre Ausgaben für technische Infrastruktur reduzieren, meint Goldman Sachs. Davon sind dann auch die zahlreichen Zulieferer betroffen, zu denen PMC-Sierra gehört. Die Lagerhaltung ist das größte Problem: Cisco Systems und andere Netzwerkausrüster, aber auch Computerhersteller ordern keine neuen Chips mehr, weil sie noch genügend in ihren Regalen haben. Bis dieser Überschuss abgebaut ist, wird die Nachfrage weiterhin schwach bleiben, so Goldman Sachs.



Dagegen herrscht erfrischende Heiterkeit bei den Dow Jones Werten. Die saure Gurkenzeit an der Nasdaq hat schon öfter zu Kursgewinnen bei defensiven Werten geführt. Neben 3M, Eastman Kodak und United Technologies stehen zur Mittagsstunde auf dem Siegertreppchen der Dow Jones Werte.



Finanzwerte verteuern sich ebenfalls. Positiv in den Tag starten auch die Aktien der Krankenkassen. Eine Vorbildsfunktion übernimmt hier Pacific Healthcare. Der größte Anbieter von Gesundheitsvorsorgeplänen in den USA hat die durchschnittlichen Gewinnschätzungen im abgelaufenen Quartal deutlich übertroffen. Wie das Unternehmen weiterhin mitteilte, kann es vorrausichtlich auch die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr 2001 schlagen. Das Brokerhaus Lehman Brothers bekräftigt die Kaufempfehlung für Pacificare.

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