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08.02.2001

21:16 Uhr

Neu im Markt und Neuer Markt

CTS Eventim erhält von Anlegern wieder bessere Kritiken

VonJOSEF HOFMANN

An Unternehmen mit unter dem Strich roten Zahlen haben sich die Anleger längst gewöhnt. Wichtiger ist, dass die Geschäftsmodelle funktionieren und das Management den Investoren vermitteln kann, dass es im Unternehmen vorangeht.

FRANKFURT/M. Untätigkeit kann man dem Vorstandschef des Konzertveranstalters CTS Eventim wirklich nicht vorwerfen. Im vergangenen Jahr tat sich Klaus-Peter Schulenberg mit den Konkurrenten Marek Lieberberg, Peter Rieger, Semmel Concerts, Scorpio und Argo zusammen und hat damit die Landschaft der Veranstalter in Deutschland verändert. Dass die Aktie dennoch weniger als die Hälfte des Ausgabepreises wert ist, hat wohl mehr etwas mit der hohen Anfangsbewertung in der Euphoriephase des Neuen Marktes zu tun, als mit einer verfehlten Geschäftspolitik. Allerdings muss Schulenberg nun beweisen, dass er die ehemaligen Einzelkämpfer und Konkurrenten wirklich gewinnbringend zusammenführen kann.

Am Donnerstag legte der Veranstaltungsanbieter und Ticketvermarkter CTS nun die Zahlen vor, die das Wachstum dokumentierten: So hat sich der Umsatz im Jahr 2000 nach vorläufigen Berechnungen auf knapp 130 Mill. DM mehr als vervierfacht, der Gewinn vor Steuern und Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) betrug 2,5 Mill. DM nach einem Verlust von 3,4 Mill. DM im Vorjahr. Der Vorsteuerverlust nach Abschreibungen (Ebit) werde sich für das abgelaufene Jahr bei etwa 5 Mill. DM bewegen, hieß es. Was die Anleger ebenfalls gerne hören: Die Expansion soll sich fortsetzen, weitere Akquisitionen sind geplant. Begünstigt durch ein positives Umfeld wurde dies bei hohen Umsätzen mit einem Plus für die Aktie von 4,3 % auf 9,65 Euro goutiert.

Damit gehörte CTS aber nicht einmal zu den größten Gewinnern. Die Zuwächse zogen sich nach mehreren schwachen Tagen quer durch alle Branchen. So stand der alle Werte umfassende Nemax am Ende 0,8 % im Plus bei 2 586,63 Punkten, der Nemax 50 hatte sogar 1,25 % auf 2 560,88 Punkte zugelegt. Bei den meisten Papieren waren es technische Reaktionen auf die Verluste der vergangenen Tage, nur bei wenigen gab es handfeste Begründungen. So profitierte die Hamburger Evotec Biosystems AG von einem Auftrag der Solvay Pharmaceuticals für die Synthese chemischer Substanzbibliotheken. Da das Volumen vom Erreichen bestimmter Ziele abhängig ist, wurde es von dem Anbieter von biologischen, chemischen und Screening-Dienstleistungen für die Pharma- und Biotech-Industrie nicht exakt beziffert. Die Aktie konnte 3,4 % gewinnen und notiert nun bei 27,60 Euro.

Kräftig zulegen konnte am Donnerstag wieder einmal die Aktie der Gauss Interprise AG. Sie führte lange die Liste der Gewinner unter den Nemax-50-Werten mit einem Plus von 11,7 % auf 3,35 Euro an. Dabei hatte das Unternehmen lediglich gemeldet, dass die bereits angekündigte Kapitalerhöhung durch Gründer und Management in Höhe von 6,52 Mill. Euro genehmigt worden sei. Aber in schlechten Zeiten sind die Anleger auch bereits dankbar dafür, dass Ankündigungen Taten folgen.



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