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30.01.2007

15:20 Uhr

Neue Dienstleistungen

Moderne Butler

VonSebastian Matthes
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Der Dienstleistungssektor steht vor einem großen Wandel. Dabei entsteht eine Fülle völlig neuer und spannender Tätigkeitsfelder mit Tausenden von Arbeitsplätzen. Die zehn gefragtesten und aussichtsreichsten Jobs der Branche im Überblick.

Der Dienstleistungssektor wächst: Gefragt sind Servicekräfte (fast) aller Art.

Der Dienstleistungssektor wächst: Gefragt sind Servicekräfte (fast) aller Art.

Was Jens Schlangenotto verkauft, kann man weder anfassen noch lagern oder weitergeben. Schlangenotto verkauft seinen Kunden Zeit. Mit seiner Concierge-Serviceagentur Agent CS nimmt er ihnen Alltagsaufgaben ab, damit sie sich auf ihren Beruf und ihre Freizeit konzentrieren können und sich nicht mit schmutzigen Hemden oder lästigen Hotelbuchungen beschäftigen müssen.

Schlangenotto gehört zu den neuen Dienstleistern, die in den nächsten Jahren zunehmend gefragt sind. Arbeitsmarktexperten erwarten, dass durch haushaltsnahe Serviceleistungen Tausende neuer Arbeitsplätze entstehen. Zudem werden neue Jobs in privaten Weiterbildungsinstituten und bei Dienstleistern für Unternehmen geschaffen. Ebenso soll die Zahl der Arbeitsplätze in der Gesundheitswirtschaft bis 2015 um 500 000 steigen, schätzt das Schweizer Forschungsinstitut Prognos - zwei Millionen neue Jobs erwarten die Experten in der gesamten Servicebranche.

"Der Dienstleistungssektor ist einer der Beschäftigungstreiber der nächsten Jahre", sagt der DIHK-Dienstleistungsexperte Sven Christoph Hallscheidt. Eine Ursache für den Branchenboom ist das Ende der Rollenverteilung zwischen Mann und Frau. Weil künftig beide länger, mobiler und globaler arbeiten, wird Freizeit für sie immer wertvoller. Also lagern die Haushalte zunehmend "handelbare Tätigkeiten", wie Behördengänge, Einkäufe, Urlaubsplanung oder Kinderbetreuung aus, sagt Gerhard Bosch, Arbeitsforscher von der Universität Duisburg-Essen.

Was früher vom Dienstmädchen oder dem Butler erledigt wurde, übernehmen heute moderne Dienstleister wie Schlan- genotto. Der bügelt die Anzüge seiner Kunden dabei nicht eigenhändig - der 34-Jährige agiert eher als eine Art Dienstleistungsbroker, der Tätigkeiten an Spezialisten weitervermittelt. So schafft er nicht nur Jobs für sich und seine Agentur, sondern auch Aufträge für zahlreiche nachgelagerte Dienstleister.

Auch im gesamten Bereich der beruflichen Weiterbildung tun sich zahlreiche Nischen für neue Agenturen, Trainer, Berater und Freiberufler auf. Der Bedarf wird künftig immer mehr von den Arbeitnehmern selbst bestimmt, die ihre Fortbildung in die eigene Hand nehmen müssen.

Dies gilt auch im Gesundheitssektor. Experten schätzen, dass sich die Ausgaben in diesem Bereich in den nächsten 15 Jahren verdoppeln werden. Denn Deutschland altert. Und das stellt wachsende Anforderungen an Unternehmen, an Führungskräfte - vor allem aber an jeden Einzelnen: Die Menschen arbeiten länger und müssen deshalb auch länger leistungsfähig bleiben. Ein gigantisches Potenzial für Dienstleistungen im Bereich Prävention, Fitness und Wellness. Viele dieser neuen Services gibt es noch nicht. Manche sind erst im Entstehen begriffen, wie die Dienstleistungsentwickler, die für Anbieter neue Services testen - beispielsweise ein schnelleres Checkin für Hotels.

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