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09.01.2003

14:35 Uhr

Neue Faktoren sind ins Spiel gekommen

Goldanalysten heben Prognosen an

Die Aufwärtsbewegung des Goldpreises seit Dezember hat verschiedene Analysten dazu veranlasst, ihre Prognosen für das Jahr 2003 nach oben zu revidieren. So räumt Keith Goode von Eagle Research Advisory Pty Ltd ein, er habe 2002 nicht mit einem Durchbruch des Preises über 350 US-Dollar je Feinunze gerechnet.

vwd SYDNEY. Goode hatte zu denjenigen gehört, die den Goldmarkt bullish einschätzten und Ende November für 2003 eine Preisrange zwischen 325 und 350 $ pro Tonne und einen Durchschnittspreis von 335 $/t vorausgesagt. Inzwischen seien neue Faktoren ins Spiel gekommen, meint er, so etwa der Einfluss Venezuelas auf den Ölpreis.

Die jüngste Prognose von Goode für den Goldpreis lautet auf eine Spanne von 330 bis 365 $/Feinunze, wobei ein Test von 380 $ möglich sei, wenn alle goldfreundlichen Faktoren zusammentreffen sollten. 2002 war das gelbe Metall zwischen 277 und 355 $/Feinunze gehandelt worden. Den Durchschnittspreis für 2003 setzt Goode bei 345 $/Feinunze an. Am 19. Dezember war der Goldpreis bis auf 355 $ gestiegen, da das Anlegervertrauen in die US-Währung und die internationalen Aktienbörsen schwindet, der Ölpreis hoch ist und die Sorge wegen der geopolitischen Spannungen um Nordkorea und Irak wächst. Am Montag kostete Gold mit 356,60 $ so viel wie seit Anfang März 1997 nicht mehr.

Auch Keith Huggan von der Westpac Institutional Bank in Australien hat seine Preisprognose für Gold erhöht, und zwar auf 300 bis 370 $ pro Feinunze bzw einen mittleren Preis von 320 $. Ende November hatte er die Spanne noch bei 290 bis 330 $ gesehen und den Durchschnitt bei 302 $/Feinunze. Nun sei er optimistischer, zumal der Dollar weiterhin schwach veranlagt sei. Von dieser Kursentwicklung sieht er den größten Einfluss auf den Goldpreis ausgehen.

Der Edelmetallhändler NM Rothschild & Sons (Australia) Ltd erwartet, dass Gold im laufenden Jahr zwischen 320 und 370 $/Feinunze gehandelt wird, gegenüber einer Prognose von 300 bis 335 $, die Ende November geäußert worden war. Analyst Martin Mayne geht von einem Durchschnittspreis von 335 $ aus, im Vergleich zu 310 $ im vergangenen Jahr und 271 $ im Jahr 2001. Er hält Ausschläge bis auf 370 $/Feinunze für möglich, etwa bei einem von den USA geführten Angriff auf den Irak. Auch Mayne hält die Schwäche des US-Dollars für entscheidend.

Bei einem stabileren geopolitischen Umfeld, etwa bei einer Lösung der Konflikte um Irak und Nordkorea, könnte der Goldpreis nach Ansicht von Mayne auf 320 $ zurückgehen.

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