Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2002

19:00 Uhr

Neue Größe im Wettbewerb um Bus- und Bahnleistungen

Lokale Verkehrsbetriebe mit Connex als Partner

Im Wettbewerb um die Vergabe von Bus- und Bahndiensten in Städten und Regionen hat die Connex Verkehr GmbH, Frankfurt (Main), ihre Ausgangsposition verbessert. Das zum zum französischen Vivendi-Konzern gehörende Unternehmen hat zum Jahresbeginn 51 % der Deutschen Nahverkehrsgesellschaft mbH (DNVG), Hannover, per Kapitalerhöhung übernommen.

ek DÜSSELDORF. Connex wird damit maßgeblicher Faktor in der bislang ausschließlich von den kommunalen Verkehrsbetrieben der Städte Hannover, Leipzig und Bonn gehaltenen Gesellschaft.

Als "einen Meilenstein in der Entwicklung unserer Gruppe im deutschen Markt" bezeichnete Connex-Deutschland-Chef Jean-Michel Herrewyn den Einstieg bei der DNVG, der ausdrücklich nicht als Übernahme, sondern als "Private Public Partnership deklariert wird. Georg Wilhelm Hanss, Chef der Leipziger Verkehrsbetriebe mbH, sieht das Unternehmen als finanzsstarken Player im Wettbewerb um Nahverkehrsleistungen. DNVG-Geschäftsführer Geschäftsführer Wolfram Bremeier erwartet "große Bewegungen auf dem Verkehrsmarkt". Die Forderung nach mehr Leistung fürs Geld werde schon allein durch die Finanznot der Kommunen entstehen, unabhängig davon, wie in Brüssel die weitere Liberalisierung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) vorangetrieben werde. Die DNVG strebe in den nächsten vier Jahren über Beteiligungsgesellschaften ein Umsatzvolumen von 400 Mill. DM an. Die großen, international operierenden Verkehrsunternehmen, die sich zunehmend für den deutschen Markt interessieren - z. B. Arriva, Stagecoach und First Group - erwirtschaften etwa zehnmal so viel Umsatz.

Die DNVG war 1999 gegründet worden, um den internationalen Konzernen ein eigenes deutsches Unternehmen entgegenzusetzen. Wie Hanss berichtete, sei kein deutscher Investor als privater Partner zu gewinnen gewesen. Die Ehe mit Connex sei die Konsequenz des Vordringens der Deutschen Bahn AG in die kommunalen Verkehrsmärkte. Man habe einen "Global Player gebraucht, um einen anderen Global Player in Schach zu halten". DNVG-Gesellschafter Üstra werde deshalb wohl aussteigen: Er strebt in Hannover eine Nahverkehrs-Allianz mit DB-Regio an.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×