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20.06.2000

17:12 Uhr

Neue Kaufsignale beim Nasdaq- und S&P-500-Index

Nasdaq lässt auf steigende Kurse hoffen

Optimistisch blicken technische Analysten am Dienstag auf die andere Seite des Atlantiks. In einer wöchentlichen Umfrage unter Charttechnikern heben sie vor allem den Nasdaq-Index und den S&P-500-Index hervor, die zum Wochenbeginn neue Kaufsignale generierten. Holger Struck von M.M. Warburg sieht nun große Chancen, dass die Marschrichtung an den deutschen Aktienmärkten nach oben weist.

vwd. Markus Drengner von Dellbrück & Co rechnet sogar damit, dass der Dax noch im Juli das Hoch bei 8 136 Punkte erreicht. Markus Metz von Staud Research ist zwar optimistisch für die Nasdaq gestimmt, bezweifelt jedoch, dass der Dax sich kurzfristig der US-Tendenz anschließt. Eine schwächere Seitwärtstendenz prognostiziert Eckhard Pflieger von WestLB Research für den Dax in der kommenden Woche.



Holger Struck ist zuversichtlich, dass der deutsche Markt einen Boden gefunden hat und aus der Konsolidierung nach oben ausbrechen wird. Seiner Meinung nach kommt der entscheidende Impuls von den Telekommunikationstiteln. Sobald diese - wie bereits die Technologiewerte - ansprängen, sei der Dax nicht mehr aufzuhalten. Als erste Hürde müsse der Dax die 7 400 Punkte überwinden und danach die 7 630 Punkte. Dieses Szenario rücke jedoch in greifbare Nähe. Seinen Optimismus gründet der Charttechniker auf das freundliche Intermarketumfeld. Mit dem Schlusskurs vom Montag habe die Nasdaq Potenzial bis auf 4 200 Punkten generiert und auch die europäischen Indizes stünden kurz vor dem Ausbruch aus der Seitwärtskonsolidierung.



Der STOXX-50 könnte demnächst über das Hoch bei 5 219 Punkten springen und sich somit Platz bis auf 5 700 Punkte erobern, meint Struck. Beim Euro-STOXX-50 sei die Marke von 5 522 Punkte der entscheidende Widerstand. Sollten die Indizes nicht "durch die Decke" gehen, so blüht seiner Meinung nach dem Dax ein langweiliges Sommerloch. Einen Ausbau der Korrektur gen Süden hält er für unwahrscheinlich. Dazu sei die Stimmung - als Kontraindikator genommen - derzeit zu düster. Im Auge behalten sollten Anleger jedoch die niedrigen Volumina, die dem Aktienmarkt noch die Laune verderben könnten.



"Mit dem Überwinden der Marke von 1 478 Punkten hat der S&P-Index einer sich abzeichnenden mittelfristigen Schulter-Kopf-Schulter-Formation eine klare Absage erteilt", sagt Markus Drenger. Der S&P habe nun wieder das alte Hoch bei 1 553 Punkten im Visier. Der Nasdaq-Composite zeige ein ähnliches Bild. Nachdem der Index den markanten horizontalen Widerstand bei 3 982 Punkten herausgenommen habe, könne er sich nun bis auf 4 300 Punkte bzw. maximal bis auf 4 450 Punkte ausbreiten. Für den Dax leitet Drenger daraus ab, dass eine dreiteilige Standardkorrektur nun abgeschlossen ist und in Kürze der kurzfristige Abwärtstrend bei 7 350 Punkten besiegt werden könnte.



Danach liege bei 7 474 Punkten ein Widerstand und ein weiterer bei 7 700 Punkten. Aber dies sind seiner Meinung nach lediglich Zwischenstopps auf dem Weg zu neuen Höchstkursen, die er für Ende Juli antizipiert. Im Spätsommer dürfte der Markt dann jedoch sein Pulver verschossen haben und eine längere Konsolidierung bevorstehen, meint der Charttechniker bei Dellbrück. Einziger Wermutstropfen seien die niedrigeren Umsätze. Daher sollten Anleger mit Stopp-Marken arbeiten. Für den Dax sollte der Stopp bei 7 060 Punkten, für den S&P bei 1 459 Punkten und für die Nasdaq bei 3 825 Zählern liegen. Für das oben gezeichnete positive Bild dürften diese Marken nicht unterschritten werden, erklärt Drenger.



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