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08.01.2002

14:53 Uhr

Neue Kredite sollen Argentinien aus der Krise helfen

Argentinien will 15 Mrd. $ neue Kredite

Die zahlungsunfähige argentinische Regierung will vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und anderen Geldgebern 15 Mrd. $ (16,8 Mrd. Euro/32,9 Mrd. DM) an neuen Krediten, um die schwere Wirtschaftskrise zu überwinden.

dpa BUENOS AIRES. Wie die Zeitung "La Nación" am Dienstag unter Berufung auf Beamte des Finanzministeriums berichtete, hofft die Regierung von Präsident Eduardo Duhalde darauf, dass der Fonds eine Kredittranche von neun Mrd. $ aus einem Ende 2000 vereinbarten Hilfspaket freigibt. Den Rest hofft Argentinien von befreundeten Regierung zu bekommen.

Argentinien hatte kurz vor Jahreswechsel den Schuldendienst auf seine Auslandsschulden eingestellt und am Sonntag eine Abwertung des Peso von fast 30 % verfügt. Am Montagabend (Ortszeit) traf eine Delegation des IWF in Buenos Aires ein, um sich mit den Details des neuen Wirtschaftsprogramms vertraut zu machen. Im Zusammenhang mit der Argentinienkrise ist der IWF in den vergangenen Tagen und Wochen vielfach kritisiert worden. Die Kritik hat allerdings keinen gemeinsamen Nenner, da dem Fonds sowohl vorgeworfen wird, mit Argentinien zu großzügig als auch zu streng verfahren zu sein. Der IWF hatte Argentinien schon Jahre vor Ausbruch der Krise auf das Problem der hohen Haushaltsdefizite hingewiesen, war jedoch in Buenos Aires auf taube Ohren gestoßen.

Die argentinische Regierung will Berichten zufolge nach der Abwertung die Zugriffsbeschränkungen auf die Bankkonten wieder lockern. Wie die Nachrichtenagentur DyN meldete, sollen die Bürger statt bisher monatlich 1000 Pesos (1000 $ vor der Abwertung) künftig 1500 Pesos (1071 Dollar/1200 Euro nach der Abwertung) pro Monat abheben dürfen. Die Anfang Dezember verfügte Teileinfrierung der Bankkonten, mit denen die Geldinstitute vor dem Zusammenbruch gerettet werden sollten, hatte zu den schweren Unruhen und dem Sturz von Präsident Fernando de la Rúa kurz vor Weihnachten beigetragen.

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