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26.01.2001

16:32 Uhr

dpa WASHINGTON. Die Energie-Krise in Kalifornien droht, eine Kettenreaktion zum Schaden der US-Wirtschaft in Gang zu setzen. Die Preise für Lebensmittel an der Westküste stiegen bereits als Folge von "Blackouts" oder höheren Strompreisen in den benachbarten Bundesstaaten. Am Freitag wuchs in Kalifornien die Gefahr von Strom- Unterbrechungen wieder. Neue Schneefälle und Kälte trugen zur Verschärfung der Lage bei.

Notenbankchef Alan Greenspan warnte am Donnerstag (Ortszeit) in Washington vor einem Schaden für die gesamte US-Wirtschaft. Es sei anzunehmen, dass eine größere Wirtschaftskrise in Kalifornien auch die übrigen 49 Staaten betreffe, sagte er vor dem US-Senat. Mit einem Jahresumsatz von 1,2 Bill. $ (rund 2,5 Bill. DM) mache die kalifornische Wirtschaft etwa ein Sechstel der US- Wirtschaft aus.

Grund für die Krise in den vergangenen Wochen ist hauptsächlich eine vor 4 Jahren eingeleitete Liberalisierung der Stromwirtschaft, die zu einem drastischen Anstieg der Marktpreise geführt hat.

Ökonomen warnen, Kaliforniens Wirtschaft könne mit höheren Produktionskosten auf dem internationalen Markt nicht mehr mithalten. So konkurrieren die Blumenzüchter zum Beispiel mit Produkten aus Kolumbien und Ecuador.

Durch die Stromkrise an der Westküste sind auch Gas und Benzin teurer geworden. Die energieintensive Landwirtschaft leidet besonders darunter und gibt die höheren Kosten an die Verbraucher weiter. Davon ist vor allem die Obsternte betroffen.Kalifornien war 1999 der größte Milch-Produzent der USA. Durch Stromausfälle konnten viele Tanks nicht mehr richtig gekühlt werden und viele Liter Milch landeten im Gully. Die höheren Transportkosten tragen zusätzlich zu höheren Milchpreisen bei.

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