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29.01.2003

12:45 Uhr

Neue Wachstumschancen im Blick

Ravensburger setzt auf Elektronik-Brettspiele

Die Ravensburger Gruppe will in diesem Jahr mit elektronischen Brettspielen der Konsumzurückhaltung trotzen. Der hauseigene Spieleverlag werde im Herbst nach 15-monatiger Entwicklungszeit mit dem ersten elektronischen Brettspiel auf den Markt gehen, sagte Vorstandssprecher Karsten Schmidt anlässlich der Neuheitenshow der diesjährigen Spielwarenmesse am Mittwoch in Nürnberg.

Reuters NÜRNBERG. Das Mittelalter-Spiel "King Arthur", bei dem ein Computer mitdenke und Geräusche erzeuge, solle den Markt der elektronischen Spiele erschließen, ohne dass Ravensburger seine klassische Brettspielkompetenz aufgebe. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten griffen die Verbraucher erfahrungsgemäß auf bekannte Marken zurück, gab sich Schmidt optimistisch über die Verkaufserwartungen.

Der Spieleverlag habe im vergangenen Jahr seinen Ertrag deutlich gesteigert, sagte Schmidt weiter, ohne genaue Zahlen zu nennen. 2001 hatte der Jahresüberschuss der Ravensburger Gruppe 5,4 Millionen Euro betragen. Der Umsatz der Gruppe sei 2002 zwar auf 255,3 (Vorjahr: rund 288) Millionen Euro gesunken. Unter dem Strich bleibe aber ein Umsatz-Plus von knapp fünf Prozent, weil Ravensburger seine Produktpalette verringert und die Zahlen von 2001 damit nicht vergleichbar seien, sagte Finanzvorstand Frank Mallet. Ravensburger habe damit dem Branchentrend getrotzt.

Nach Angaben des Marktforschungsinstitut Eurotoys schrumpfte der Umsatz des Spielwarenmarktes insgesamt um drei Prozent. Insbesondere Puzzles für Erwachsene und Kinderspiele hätten im Weihnachtsgeschäft den Absatz bei Ravensburger angekurbelt.

Keine Hoffnung auf eine baldige Besserung sieht Ravensburger bei seiner defizitären, börsennotierten Kinderfilmtochter RTV Family. Das Geschäft laufe nur auf "sehr niedrigem Niveau", sagte der Finanzvorstand. "Es gibt derzeit kein besonderes Licht am Ende des Tunnels." Die Fernsehsender hätten ihre Budgets zurückgefahren und hielten sich mit Aufträgen zurück. Die Ravensburger hatte die ehemals am Neuen Markt notierte RTV im vergangenen Jahr saniert und bei einer Kapitalerhöhung mangels anderer Interessenten fast alle Aktien erworben.

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