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10.01.2003

07:58 Uhr

Neuer Ärger um Aufsichtsratschef Klaus Ripken

Mobilcom wehrt sich gegen Störmanöver

Die Mobilcom AG kommt nicht zur Ruhe. Firmengründer Gerhard Schmid will den Ex-RTL-Chef Helmut Thoma als seinen Treuhänder feuern und durch den Hamburger Sanierer Otto Gellert ersetzen. Doch der Bund und die Banken wollen an Thoma festhalten, um die Rettung der Firma nicht zu gefährden.

lip HAMBURG. Im Kampf um die Macht bei der Büdelsdorfer Mobilcom AG hat Gerhard Schmid erneut einen Dämpfer erlitten. Die Bund und die Banken wehren sich massiv gegen den Plan des Firmengründers, den Ex-RTL-Chef Helmut Thoma als Treuhänder für sein Aktienpaket durch den Hamburger Sanierer Otto Gellert zu ersetzen. Sie wollen weiterhin an Thoma festhalten, um die Sanierung der Mobilfunkfirma nicht zu gefährden. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Bundeswirtschaftsministeriums. Offiziell wollte sich das Ministerium nicht äußern.

Auch Thoma will nicht weichen. "Ich bin weiterhin Treuhänder", erklärt der Ex-RTL-Chef gegenüber dem Handelsblatt. Er könne sich aber durchaus vorstellen, für Gellert Platz zu machen, wenn dieser die Aufgabe übernehmen wolle. Doch der Hamburger Wirtschaftsprüfer hielt sich gestern zurück und wollte sich zu Anfragen nicht äußern.

Gellert gilt als Multitalent: Er ist Steuerberater, Fusionsexperte, Schiedsgutachter und Testamentsvollstrecker. Er vermittelt unter anderem zwischen den Anteilseignern des Kaffee- und Kosmetikimperiums Tchibo, der Familie Herz und dem Münchener Allianz-Konzern. Dabei geht es um einen möglichen Verkauf der Beiersdorf AG. Die Handelskammer Hamburg hatte Gellert zudem als Schiedsgutachter bestellt, um eine Einigung zwischen Schmid und Mobilcom herbeizuführen.

Schmid erwartet, dass die Berufung von Gellert von allen Beteiligten akzeptiert wird. "Wir gehen davon aus, dass Gellert eingesetzt wird", so eine Sprecherin von Schmid. Der Ex-Mobilcom-Vorstandschef hatte den Treuhandvertrag Ende vergangenen Jahres aus "wichtigen Grund" einseitig gekündigt. Er lehnt Thoma ab, da dieser sich nicht entsprechend seinen Vorstellungen verhalten habe. So hatte der Medienmanager auf der Mobilcom-Aufsichtsratssitzung am 23. Dezember der geplanten Absetzung des derzeitigen Vorstandschefs Thorsten Grenz nicht zugestimmt, heißt es aus Kreisen von Mobilcom. Ein Sprecher des Büdelsdorfer Unternehmens wollte dies nicht kommentieren.

Der Treuhandvertrag war Voraussetzung für Mobilcom-Anteilseigner France Télécom, die Milliardenschulden der Büdelsdorfer Mobilfunkanbieters zu übernehmen. Der französische Telekomkonzern ist mit 28,5 % an Mobilcom beteiligt.

Unterdessen sind neue Unstimmigkeiten um die Besetzung des Aufsichtsrats aufgetaucht. Danach wird angezweifelt, ob der Steuerberater Klaus Ripken derzeit die Position des Aufsichtsratschefs ausüben darf, heißt in Mobilcom-Kreisen. Der Grund: Ripken hatte vor kurzem seinen Rücktritt erklärt. Wenig später hatte er diesen Schritt widerrufen. Dies ist aktienrechtlich aber nicht möglich. Denn der Aufsichtsratchef kann nur in sein Amt zurückkehren, wenn er vom Kontrollgremium erneut gewählt wird. Ein Sprecher von Mobilcom

Quelle: Handelsblatt

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