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31.01.2003

16:50 Uhr

Neuer Insolvenz-Rekord befürchtet

2003 droht neue Pleitewelle

2003 droht ein neuer Pleiterekord in Deutschland. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mussten allein in den ersten zehn Monaten 2002 insgesamt 31 379 Unternehmen ihre Zahlungsunfähigkeit offenbaren. Darüber hinaus stellten noch 17 394 Verbraucher einen Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens, teilten die Statistiker am Freitag in Wiesbaden mit.

HB/dpa WIESBADEN. Angesichts des schwierigen konjunkturellen Umfeldes und rückläufiger Zahlungsmoral dürfte damit 2002 die von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform prognostizierte Zahl von 37 700 Unternehmenspleiten (plus 16 Prozent) noch übertroffen werden. Für 2003 geht Creditreform-Geschäftsführer Helmut Rödl sogar von 42 000 zahlungsunfähigen Unternehmen aus. Bei den Verbraucherinsolvenzen erwartet er eine Verdoppelung auf 48 000 Fälle.

Allein die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften lag in den ersten zehn Monaten 2002 mit 20 080 Fällen 12,4 Prozent höher als vor Jahresfrist. Dabei beliefen sich die Forderungen der Gläubiger auf 54,6 Milliarden Euro, berichtete das Bundesamt.

Innerhalb der 38 550 "übrigen Schuldner", die im Zeitraum Januar bis Oktober 2002 zum Amtsgericht gehen mussten, bildeten die Verbraucher mit 17 394 die größte Gruppe. Hinzu kamen 13 475 ehemals Selbstständige, 5726 natürliche Personen als Gesellschafter und 1955 Nachlässe.

Ein Vergleich mit den Vorjahreszahlen ist nach Darstellung des Statistischen Bundesamtes nicht möglich, weil mit der Reform des Insolvenzrechts zum 1. Dezember 2001 erheblich mehr Verfahren eröffnet werden als zuvor. Nun können auch natürliche Personen ein Verfahren beantragen, wenn sie mittellos sind, da ihnen die Kosten gestundet werden können. Die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ist jedoch Voraussetzung, um - nach sechsjähriger Wohlverhaltensphase - auch die Befreiung von den Restschulden zu erlangen.

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