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07.08.2000

08:28 Uhr

Neuer Optimismus der Branche auf der Sportartikelmesse

Tretroller sind die Stars auf der Ispo

Tennisschläger lernen denken, Fallschirmspringer das Aufwärts-Fliegen, und der Sprung ins Wasser wird dank eines neuen Wasserkatapultes zu einem waghalsigen Stunt: Über 40 meist junge Firmen wagen sich mit ihren Produkten erstmals auf die Sportartikel-Fachmesse ispo 2000 Sommer (bis 9. August). Im Mittelpunkt des Interesses stehen bei dieser Ausstellung die Kickboards, eine Mischung aus Tretroller und Skate Board. Die Industrie kommt mit der Produktion der Trend- Geräte nicht mehr nach. Im ersten Halbjahr legte der Umsatz des deutschen Sportfachhandels bereits um fast sieben Prozent zu. 1999 setzte der Fachhandel rund 15 Mrd. DM um.

dpa MÜNCHEN. Die Firma Froxxy aus Heilbronn stellt auf dem Münchner Messegelände seit Sonntag den Prototypen eines "Menschenwerfers" vor. Die überdimensionale Schleuder soll nach dem Willen der Erfinder Schwimmer von Seeufern und Beckenrändern in einem vier Meter hohen Bogen rund zehn Meter weit ins Wasser befördern. Findet das Gerät entsprechenden Anklang, soll das Bade-Katapult ab Ende des Jahres für rund 75 000 Euro zu haben sein.

Noch höher hinaus geht es mit dem SKYRAY MK I der Münchner Freesky GmbH. Inspiriert von den "Skyboards", einer Art Luft-Skateboard, tüftelten die Firmengründer Willi Post und Alban Geissler eine Mischung aus Tragflächen und Ikarus-Flügeln für Fallschirmspringer aus. Die 1,2 Meter breiten Karbon-Flügel beschleunigen den Springer auf bis zu 400 Stundenkilometer und ermöglichen extreme Flugmanöver und leichte Steigflüge. Bislang sei das Feedback sehr gut, freute sich Firmengründer Post auf der Messe. Trotzdem: "Ausprobieren wollten es bis jetzt aber nur wenige".

Bodenhaftung garantiert dagegen das muskelkraftbetriebene Gruppenfahrrad der Züricher Firma Z.E.M. (Zero Emission Machine). Das Gefährt sieht aus wie ein Auto ohne Dach und Verkleidung. Bis zu vier Personen können auf dem 83 Kilo schweren Vierrad Platz nehmen. In Schwächephasen hilft ein Elektromotor. Das Schweizer Familienfahrrad geht ab Herbst in Serie, Stückpreis rund 14 000 DM.

Aber auch die Großen zeigen auf der ispo Flagge. Die Firma Head stellte einen Tennisschläger mit integriertem Mikrochip vor. Das "denkende Racket" soll dank eines Mikrochips die mechanische Energie des Ballaufpralls in elektrische Energie umwandeln. Die wiederum versteift den Schläger und leitet eine Gegenbewegung ein, die dem Spieler zu einer noch härteren Vorhand verhelfen soll.

Der Roller soll das Treten verlernen

Dem Trend Kickboard kann auf der diesjährigen Messe niemand aus dem Weg gehen: Eine Vielzahl von Firmen bietet ihre modernen Tretroller in allen nur denkbaren Variationen feil. In jeder Halle bahnen sich bereits Dutzende von Besuchern mit ihren Boards einen Weg durch die Menschen. Selbst das Treten soll nach dem Willen der Hersteller aber nur eine Übergangslösung sein. Das baden- württembergische Unternehmen Micro Mobility Systems D GmbH will im nächsten Jahr einen ihrer Roller mit ABS und Elektromotor ausrüsten.

Nach einigen eher schwachen Jahren erhofft sich die Sportartikelindustrie so neue Impulse. Alleine Vorreiter K2 will in diesem Jahr 120 000 Kickboards verkaufen. Micro Mobility will im zweiten Halbjahr sogar 200 000 Tretroller auf den Markt werfen. Für weiteren Aufwind in der Branche sollen die Olympischen Spiele sorgen. Im ersten Halbjahr legte der Umsatz des deutschen Sportfachhandels bereits um fast sieben Prozent zu. 1999 setzte der Fachhandel rund 15 Mrd. DM um.

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