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02.03.2003

18:03 Uhr

Neues Preissystem offenbar verkaufsfördernd

Lufthansa verkauft mehr Tickets im Internet

Die Deutsche Lufthansa hat in den letzten Monaten den Ticketverkauf im Internet ausgebaut und will nach deutlichen Einbrüchen im europäischen Geschäft ihr neues Preissystem nach und nach in ganz Europa einführen.

Reuters FRANKFURT. "Mittlerweile verzeichnen wir täglich vierstellige Buchungseingänge nur für den deutschen Markt," sagte der für den Vertrieb zuständige Bereichsvorstand, Thierry Antinori, laut einem vorab veröffentlichten Gespräch mit der Tageszeitung "Die Welt" (Montagausgabe). Insgesamt habe die Lufthansa den Ticketverkauf über die verschiedenen Online-Kanäle "mehr als verdreifacht", der Anteil am Gesamtverkauf sei mittlerweile zweistellig. Bis 2005 sollen die "Direktvertriebsanteile über Internet und Call-Center auf mindestens 25 % erhöht werden".

Verkaufsfördernd habe sich in den letzten Wochen auch das neue Preissystem der Fluggesellschaft ausgewirkt. Laut Antinori hat die Lufthansa "zusätzlich neue Kunden gewonnen". Die Auslastung auf den innerdeutschen Strecken sei erheblich gestiegen, und "damit hat sich auch die Wirtschaftlichkeit verbessert", sagte Antinori. Der Erfolg sei so groß, dass "wir das neue Tarifkonzept bereits auch in der Türkei, Großbritannien und Österreich eingeführt haben und weitere Länder in Europa folgen werden". Dort spüre die Lufthansa "deutliche Einbrüche" und werde das "Netz weiter anpassen müssen", wenn sich der Markt nicht schnell wieder erhole.

Die Deutsche Lufthansa hatte am vergangenen Mittwoch angekündigt, dass die Preise für Flugtickets auf Grund der steigenden Ölpreise deutlich angehoben werden sollen. "Kostensteigerungen insbesondere durch den stark gestiegenen Ölpreis veranlassen die Fluggesellschaft, ihre Tarife um zirka 4,5 % anzuheben", hatte die Lufthansa mitgeteilt. Die Umsetzung solle so schnell wie möglich erfolgen. Wie es hieß, sind von der Preisanhebung auch die Sondertarife für innerdeutsche Flüge betroffen. Demnach kosten die Billigflüge demnächst 92 beziehungsweise 102 ? statt wie bisher 88 und 98 ?. Die Lufthansa hatte Ende vergangenen Jahres mit den Niedrigtarifen auf das wachsende Angebot an Billigflügen in Deutschland reagiert.

Im Falle eines Irak-Krieges rechnet Antinori damit, dass sich der "Kuchen eher verkleinern wird". Dazu komme, "dass Reisebudgets in den Unternehmen angesichts der schlechten wirtschaftlichen Lage drastisch gekürzt worden seien. Geschäftsleute werden in den kommenden Monaten weniger reisen, darauf stellen wir uns ein."

Trotz des Anstiegs des Euro spüre die Lufthansa bislang noch keine Nachfragerückgänge im Dollarraum. "Wir liegen auf den Nordatlantikstrecken gemessen an den Passagierzahlen im Vergleich zu unseren Wettbewerbern auf dem zweiten Platz und haben uns damit drei Plätze nach vorne gearbeitet. Der positive Trend hat sich im Januar fortgesetzt - wobei man allerdings bedenken muss, dass der Januar 2002 wegen des 11. September sehr schwach war", fügte Antinori hinzu.

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