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04.04.2003

14:47 Uhr

Neunter World Business Dialogue in Köln

Anpassungsstrategien von Unternehmen an eine sich ändernde Welt

VonAlexander Dehmel

Am 2. und 3. April fand in Köln der neunte World Business Dialogue statt. Dieser ausschließlich von Studenten organisierte Kongress, hat ein einzigartiges Teilnehmerfeld. Etwa 1000 führende deutsche und internationale Unternehmer und Studenten gaben diesem Kongress einen unverwechselbaren Touch.

KÖLN. Schon der amerikanische Schriftsteller Mark Twain machte sich so seine Gedanken, wie Innovationen zu erkennen seien: "Der Mann mit einer neuen Idee ist ein Spinner... bis seine Idee Erfolg hat".

Vor allen Dingen brauchen Innovationen Zeit, um sich durchzusetzen, meint Patrick Stähler von Swisscom IT Services, der IT-Tochter des Schweizer Telekommunikationskonzerns. Eine Änderung der Käufer-Gewohnheiten sei die Herausforderung schlechthin. "Dennoch ist Innovation der beste Hebel für ein Unternehmen zur Wertsteigerung und auch für eine Volkswirtschaft", bekräftigt auch Siemens-Vorstandsmitglied Edward Krubasik.

Die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens hänge immer von dem Geschäftsmodell der Firma ab, behauptet Stähler. "Jeder Unternehmer hat dabei sein eigenes Gedankenmodell, wie die Wirtschaft funktioniert." Dieses Geschäftsmodell an Innovationen anzupassen sei jedoch nicht immer einfach.

Für Motorola-Chef Christopher Galvin ist nur ein elastisches Unternehmen überlebensfähig. Volatilität sei eine pausenlose Tatsache. Die dauernde Anpassung eines Unternehmens an sich ändernde Umstände sei deshalb ein normaler Prozess. Es müsse sich der Realität stellen, tiefe und reine ethische Werte vertreten und Kreativität zeigen. Sein Tipp: Die drei Risiken, also das technologische, das geographische und das finanzielle Risiko, sollten keinesfalls gleichzeitig eingegangen werden.

Einigkeit herrschte bei den Kongressteilnehmern, dass derzeit die Konzentration auf das Kerngeschäft vorrangige Unternehmensstrategie sein müsse. Daimler Chrysler beispielsweise konzentriere sich nach Aussage seines Vorstandsmitglieds Rüdiger Grube auf das Automotive-Geschäft. Dem hielt jedoch Galvin entgegen, dass im Grunde jedes größere Unternehmen diversifiziert sei. Auch Motorola bestünde aus mehreren Hauptsparten wie Mobilfunk und Breitband-Technologie.

Meinungen ohne Zwang austauschen

Der Kölner Kongress stand unter dem Thema: "Mastering Volatility - Success in a changing World" ("Volatilität meistern - Erfolg in einer sich ändernden Welt"). Den Studenten gelang es erneut, Unternehmenslenker wie Klaus Zumwinkel, der Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post World Net, oder der Chef von Motorola, Christopher Galvin, als Referenten und Diskussionsteilnehmer zu gewinnen.

Der enge Kontakt mit Unternehmern und Mitstudenten aus 60 Ländern führte schon zum neunten Mal zu einem intensiven Informations- und Meinungsaustausch zwischen Unternehmensführern und Studenten. Dass dabei auch das gemeinsame Feiern zum Wissensaustausch dient, belegt allein schon die Tatsache, dass im vergangenen Jahr Bundesfinanzminister Hans Eichel kurzerhand seine Abendtermine absagte, um sich intensiven Gesprächen mit den Studenten zu widmen.

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